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Rezension: Männer mit Stil- Josh Sims- Midas Collection

Josh Sims, der Autor dieses schönen und dabei sehr informativen Buches ist freischaffender Stil- und Modeexperte. Er schreibt für renommierte Zeitungen und hat zahlreiche Bücher verfasst. In der vorliegenden Publikation untersucht er Ikonen der Männerbekleidung und hier konkret ihre Herkunft, ihre Historie, die Geschichten hinter dem Design, die Marke oder das Unternehmen, das damit begonnen hat und geht zudem der Frage nach, welchen Einfluss das Kleidungsstück darauf hat, wie Männer sich heute anziehen. 

Nach der Einleitung ist das reich bebilderte Werk in die Kapitel 
1. Oberbekleidung 
2. Hosen 
3. Schuhe 
4. Unterwäsche 
5. Schneiderware 
6. Hemden & Pullover 
7. Accessoires 
untergliedert. 

Männerstile sind, so erfährt man eingangs, Variationen eines wohlbekannten Themas und nur selten eine völlig neue Melodie. Seit dem 19. Jahrhundert sei pfauenhaftes Inszenieren bei Männern allerdings verpönt. Konservatismus bei Kleidung sei das Zeichen des Gentlemens. 

Das erste Kapitel beginnt mit der Präsentation des Blousons. Als typischer Blousonträger wird James Dean gezeigt. Das Blouson, das auch unter den Bezeichnungen Windjacke, Golfjacke oder Harrington bekannt ist, gehörte in den 1950er Jahren zur Teenager-Uniform.

Man erfährt im ersten Kapitel zudem Wissenswertes über Wachsjacken. Diese Landjacken von Barbour waren ursprünglich nur in salbeigrün zu haben. Der Farbton wurde Markenzeichen des Unternehmens. 

Weiter geht es mit Mänteln. Der Mantel zählte in den 1950er und 1960er Jahren zum Kanon der Männerkleidung. Geschaffen wurde das Kleidungsstück aber schon Ende des 18. Jahrhunderts. Der sogenannte Covert besaß einen kontrastierenden Samtkragen, eine Tickettasche, eine große Innentasche und farbige Ziernähte am Saum und an den Manschetten und wurde aus einem weichen, reißfesten beige- oder anthrazitfarbenen Stoff gefertigt. Dieser Mantel wurde dann zur Vorlage des klassischen Crombie-Mantels. In den 1930er Jahren dann wurden die Mäntel leichter, wofür die Gründe genannt werden. Noch bis in die 1950er Jahre blieb dieser Mantel ein Kleidungsstück der Oberschicht, was heute vielleicht in Vergessenheit geraten ist. 

Man liest über Jeans-Jacken, auch über den Dufflecoat, den Parka, die Bomber-Jacke, um schließlich mehr über den Mac zu erfahren. Es handelt sich um einen Regenmantel, dessen Stoff von dem Chemiker Charles Macintosh entwickelt wurde. Durch das Einreiben und das Verkleben mit einer Gummilösung, konnte kein Regen eindringen. 

Über die Geschichte der Lederjacke wird man ebenso informiert wie über die Fliegerjacke und diverse andere Kleidungsstücke mehr, die zur Oberbekleidung von Männern zählen, so auch über den Trenchcoat, den man mit dem Schauspieler Humphrey Bogart assoziiert. Er wird im Buch auch als klassisches Model für diesen Mantel gezeigt.

Im zweiten Kapitel dann geht es um Hosen, nicht zuletzt um das Kultkleidungsstück des 20. Jahrhunderts: die Jeans. Erfunden wurde sie von Jakob Davis, einem lettischen Immigranten und Scheider. Gemeinsam mit seinem Partner Levi Strauß ließ er sich 1873 die Jeans patentieren. 

Eine ganze Reihe toller Herrenschuhe werden  danach vorgestellt, auch der Loafer und der Autofahrerschuh. Hier lernt man dann die Geschichte von Della Valle kennen, der 1979 einen Schuh mit 133 Noppen gestaltete. Es handelt sich dabei um den Gommino von Tods . 

Von Slips bis Maßanzügen bleibt in den Betrachtungen nichts ausgespart, so auch der Smoking und der Blazer nicht. Hemden, auch Sweat-Shirts kommen zur Sprache, selbst das Holzfällerhemd, das in seiner Hässlichkeit nur noch vom Hawaihemd getoppt wird. 

Spannend sind die Einblicke in Männeraccessoirs, zu denen auch der Panamahut zählt, die Krawatte und ein Füllfederhalter. 

Kurzum, wer ein Mann mit Stil sein möchte, sollte sich informieren, denn unter Modegesichtspunkten ist dies gar nicht so einfach.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Männer mit Stil: Ikonen der Herrenmode (Midas Collection)

Rezension: CHANEL- Karl Lagerfeld –Die Kampagnen- Patrick Mauriés- Prestel

In der aufschlussreichen Einführung dieses traumhaft schönen Buches mit Modeaufnahmen von Karl Lagerfeld erfährt man, dass der Modeschöpfer einst die namhaftesten Modefotografen für Aufnahmen ins Modehaus CHANEL eingeladen hatte. Angetan war er speziell von Helmut Newton. 1983 entstand dann Newtons erstes offizielles Porträt von Lagerfeld. Seit 1987 macht Karl Lagerfeld -inspiriert von all diesen Top-Fotografen- selbst Modefotografien wie sie für Pressemappen zusammengestellt werden. Der Fotokünstler realisiert auch solche Aufnahmen für die Modehäuser KL und Fendi, mit denen er eng verquickt ist.

Die wundervollen Fotos im vorliegenden Buch mit dem Titel "Die Kampagnen" beginnen mit Modeaufnahmen aus der Herbst/Winter Modekampagne 1987/1988. Lagerfeld fotografierte damals in einem Pariser Studio mit seiner Muse Inés de La Fressange. Die Kollektion war von einer Oper aus dem 17. Jahrhundert inspiriert und vereinte opulente Barockästhetik mit aufwendigen Stickereien von Lesage.

Es folgen Aufnahmen Frühjahr/Sommer 1988 Pret –A-Porter, typische CHANEL-Kleidung, im Grunde sehr zeitlos. Dazwischen gibt es immer wieder auch Haute Couture-Aufnahmen. Zauberhafte Impressionen...

Karl Lagerfeld erzählt mit seinen Bildern Geschichten, in die man sich gerne hinein vertieft. Dann irgendwann erlebt man Claudia Schiffer, jung, sehr hübsch, eigentlich nicht ein typisches CHANEL-Model. Noch weiß man nicht, was Lagerfeld aus ihr machen wird. Man begreift, er ist fasziniert.
Man versteht, weshalb er sie gerne fotografierte. Sie war bildschön und wirkte auf eine besondere Art unschuldig zu Anfang ihrer Karriere. Später dann überwog distanzierte Erotik, die bestens mit CHANEL harmonierte.

Immer wieder liest man etwas zu den einzelnen Kampagnen, bewundert die Mode, die Gestaltung der Bilder, die Models, die stets dünner werden aber auch jünger und nichts mehr mit Coco Chanel gemein haben.

Eleganz und Poesie sind verschwunden. Doch jetzt - auf seine späten Tage- entdeckt Karl Lagerfeld die "Modernität der Antike". Er sagt "Die Kriterien der Schönheit, im alten, dann im klassischen Griechenland haben ihre Gleichgültigkeit bis heute bewahrt. Nie gab es schönere Frauendarstellungen und schönere Säulen. Die gesamte Renaissance gründete auf der Antike….."

Dann betrachtet man die Bilder der Kampagne 2017-2018 und hofft, dass das Schöne für immer Bestand haben wird in der Mode von CHANEL und den Bildern, die Karl Lagerfeld  zu einem wunderbaren Geschichtenerzähler gemacht haben. Seine Modeaufnahmen sind ein besonderes Vermächtnis, die Zeitgeist auf hohem Niveau festhalten. Möge er das Schöne der griechischen Antike für CHANEL vielfältig  neu interpretieren in noch zahlreichen kommenden Kampagnen.  Nicht nur Goethe wird sich darüber freuen.

Karl Lagerfeld ist mit seinem neuen Blickwinkel nämlich ganz nah bei Goethe, der einst sagte: "Unter allen Völkerschaften haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt."

Das leinenbezogene Buch wird in einem sehr schön illustrierten Schuber geliefert.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Rezension: A Scented World- Die Welt der Düfte- Claire Bingham- teNeues

Der Verlag teNeues stellt die Autorin dieses bemerkenswerten Werkes wie folgt vor: "Die Einrichtungsjournalistin CLAIRE BINGHAM schreibt für eine Reihe von Zeitschriften weltweit über Design, Reisen und Stil. Bevor sie anfing, Bücher zu veröffentlichen, darunter die teNeues-Bände Modern Living und A Beautiful Mess, war sie Wohnredakteurin der britischen Elle Decoration und mit einfühlsamen Beiträgen auch in internationalen Hochglanzmagazinen wie Vogue Living und Architectural Digest vertreten. Wenn sie rund um den Globus nach inspirierenden Interieurs sucht und hinter den Kulissen neue Talente entdeckt, schreibt sie am Ende immer über Häuser voller Charakter – sei es moderner Glamour oder altweltlicher, nachlässiger Charme."

In diesem reich bebilderten Buch, das den Untertitel "Die Welt der Düfte trägt", sind die äußerst lehrreichen Texte in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt.

Dabei umfasst das  Werk um die feinen Düfte drei Schwerpunkte: die kreativen Köpfe, die Orte und die ikonischen Marken. 

Claire Bingham besuchte nicht nur die kreativen Köpfe hinter den Düften, sondern auch die Orte, wo diese entstehen, so etwa die zauberhaften Gärten von Parterre in Großbritannien. Dort trifft Botanik auf Parfümerie.

Natürlich werden Orte wie Grasse und hier die Manufaktur Fragonard vorgestellt. Die Geschichte der Parfümstadt geht ins 15. Jahrhundert zurück. Damals war die mediterrane Kleinstadt für ihre Lederproduktion berühmt. Ab 1560 wurden Jasminfelder angepflanzt und später dann Provence-Rosen, Tuberosen und Lavendel. Bilder von Grasse und der Manufaktur Fragonard auch ein Interview mit der Firmenchefin und die Präsentation der Parfum-Ikone Chanel N. 5 bilden den Anfang des Reigens dessen, was die Welt der Düfte anbelangt. 

Man lernt u.a. den Parfümeur und Buchautor Jean Claude Ellena kennen. Er hatte einst an der neu gegründeten Parfümschule in Givaudan im Schweizerischen Vernier studiert und bei Hermes gearbeitet, auch er hat ein Interview gegeben wie viele  andere vorgestellte Kreative im Buch, die  dazu beitragen, dass sich das Wissen um edle Düfte beim Leser vergrößert. 

Faszinierende Fotos vom Haus Guerlain in Paris lassen den Blick lange verweilen und es folgen eine Fülle interessanter kurzweilig zu lesender Texte, die man sich nicht entgehen lassen sollte, so etwa über die Osmothéque, ein Archiv in Paris, das über 4000 Parfümjuwelen enthält, darunter auch das "Reine de Hongrie" aus dem Jahre 1370, eines der ersten Parfüms auf der Basis von Alkohol. 

Beeindruckend sind die botanischen Gärten und die Parfüm-Destilliere in Keyneston Mill. Dort befindet sich das Haus und die Gärten von Julia und David Bridger. Das sind die Gründer von Parterre.

Seite für Seite erfährt man mehr über die wahrlich paradiesische Welt der Düfte und sehnt sich danach, all die Orte aufzusuchen, die im Buch präsentiert werden. 

Die Düfte waren mir bislang nicht alle bekannt, das gilt z. B. auch für "Bois d`Ascèse", das von einer Kirche aus Pinienholz inspiriert wurde und Weihrauchnoten enthält.

Maximal empfehlenswert 

Helga König 

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Vogue-Little Black Dress- Prestel

In diesem reich bebilderten Buch werden beeindruckende Fotos aus dem Archiv der britischen Vogue vorgestellt. Die Ablichtungen des "kleinen Schwarzen" aus allen Zeiten zeigen von Vintagemodellen bis zu modernsten Interpretationen internationaler Couturiers alles, was man über dieses Kleidungsstück in Erfahrung bringen sollte. 

In der Einführung erfährt man zunächst allgemein Wissenswertes über die "Uniform für alle Frauen mit gutem Geschmack", wie die Vogue das kleine Schwarze einst bezeichnet hat. 1926 von Coco Chanel entworfen, feierte es wenig später in Hollywood bereits erste Triumphe und Ende der 1920er Jahre, als sich Filme in Technicolor durchzusetzen begannen, bevorzugten Filmemacher das kleine Schwarze, weil es zu allen anderen Farben auf der Leinwand passte. 

Wie man erfährt, behauptete sich dieses Kleidungsstück bis heute und zwar dadurch, dass es sich dem Wandel der Zeit anpasste. Davon kann man sich auf den vielen Fotos überzeugen, die alle näher erläutert werden. 

Trotz oder gerade wegen seiner Schlichtheit, so liest man weiter, vermochte das Little Black Dress auch eine Schlüsselrolle in der komplexeren moderneren Fotografie zu spielen und zwar als Element, das bei kreativen Höhenflügen die Bodenhaftung herstellt.

Das fokussierte Kleidungsstück eignet sich bestens für Accessoires. Davon kann man sich auf Bildern ebenfalls überzeugen. Es war Coco Chanel die die Wahl der Accessoires zur Kunst erhob, weil sie fand, dass diese eine Frau erst ausmachen. So wurde die Perlenkette der verlässliche Begleiter des kleinen Schwarzen und durch Audrey Hepburn  dann zum Klassiker erhoben. 

Nicht nur durch Schmuck, sondern auch durch Handtaschen, Hüte oder Handschuhe lassen ich bei diesem Kleid Akzente setzen, wie  Fotos veranschaulichen. 

Sehr schön ist ein elegant zurückhaltendes Kleid von Armani mit einer Zusammenstellung preziöser Accessoires und verführerisch ein rückenfreies schenkelkurzes Minikleid aus Lamé, das dokumentiert, dass im 21. Jahrhundert das Little Black Dress endlich die Freiheit erlangt, das zu sein, was es sein möchte, ganz so wie die Frauen, die es tragen. 

Mit am meisten überzeugt hat mich das schwarze Stretchkleid von Richmond-Cornejo mit rundem Ausschnitt und hautengen Ärmeln. Es ist unübertrefflich sexy und dabei ausgesprochen edel. 

Durch den Einzug des Computerzeitalters und damit einhergehend der digitalen Bildbearbeitung wurde das kleine Schwarze zum unverzichtbaren Verbündeten für all jene, die die Bildsprache in der Modebranche bestimmen. So hat man Gelegenheit diese  Seite um Seite  zu dekuvrieren und viel über Weiblichkeit in Erfahrung zu bringen. in ihren zahllosen Facetten. Immer ein wenig ihrer Zeit voraus...

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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VOGUE: Little Black Dress: Das kleine Schwarze

Tendre Nuit Eau de Parfum-Isabey- Parfumeur à Paris depuis 1924

Dieser betörende Duft ist in einem Luxus Coffret verborgen, der von weißem Leder überzogen ist. Dabei ist die Schriftfarbe der Box ist einem dunklen Violett gehalten. Dies ist auch die Farbe des Flacons, der in seiner geometrischen Sachlichkeit besticht. 

Tendre Nuit (Zarte Nacht) wurde 1944 in New York von Isabey Paris erstmals präsentiert und wird nun in einem zeitgenössischen Design neu lanciert. 

Das Eau de Parfum möchte an die Gefühle einer zarten und dabei leidenschaftlichen Nacht erinnern, die sich in der Farbe des Flacons widerspiegeln und zwar poetisch  als auch leuchtend zugleich. 

Sprüht man ein wenig von dem sehr erotisch duftenden Eau de Parfum auf den Puls, nimmt man in der Kopfnote Mandel und Rosa Pfeffer wahr. In der Herznote  dann entfalten sich ein beeindruckender Wirbel von Rosenöl, Rosen Absolu. Durch diese Komposition wird eine Nacht der Liebe und Leidenschaft als Quintessenz der Weiblichkeit  geheimnisvoll enthüllt, wobei der beigefügte Ambrettsamen im Herz für eine pudrige Note sorgt, die zärtliche Sinnlichkeit suggeriert.

In der Basis sind es Ambroxan, Cashmeran, Benzoe und Vanille CO2, die den Suchteffekt abrunden, den nicht nur feminine Frauen gerne erzeugen möchten, wenn die Atmosphäre passend ist.

Maximal empfehlenswert

Helga König

Eau de Parfum Vapo 50 ml- Preis UVP: € 139.-- 
Eau de Parfum Vapo 10 ml- Preis UVP: € 39.—Travel Size 

Tendre Nuit Eau de Parfum con Isabey ist in ausgewählten Fachparfümerien erhältlich-

Rezension: Sônia Bogner- Ein Leben zwischen Feuer & Eis- teNeues

Der Skirennfahrer, Filmemacher, Designer und Inhaber der Bekleidungsfirma Willy Bogner hat  mit diesem Bildband eine öffentliche Liebeserklärung an seine Frau Sônia auf den Weg gebracht. Sie starb vor einem Jahr im Alter von 66 Jahren an einem Krebsleiden. 

Willy Bogner schreibt zu Beginn des Bildbandes über sie: "Sie war der aufrichtigste Mensch, dem ich je begegnet bin. Ihr strahlendes Wesen, ihre Warmherzigkeit, ihr sprühendes Temperament haben nicht nur mein Leben reicher gemacht, sondern auch das vieler anderer Menschen. Niemand wird ihr wunderbares Lachen vergessen können, das direkt auch ihren Herzen kam."

Wer diese interessante Frau war, erfährt man im vorliegenden reich bebilderten und dabei textlich überaus informativen Buch im Rahmen von 11 Kapiteln. 

Die 21 jährige Sônia, eine Brasilianerin, lernte den Unternehmer Willy Bogner 1972 kennen als er für den Bogner-Katalog Golfmode fotografierte und sie als Model gebucht war. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, deshalb auch heirateten die beiden 5 Monate später. 

Zunächst erfährt man mehr über diese Liebesbeziehung, die über vier Jahrzehnte andauerte und in der durchaus auch gestritten, diskutiert und sich versöhnt wurde. Ihr gemeinsames Leben war ein vor allem durch gemeinsames Arbeiten geprägt und in vieler Hinsicht sehr erfolgreich. 

Die Fotos zeigen ein enorm glückliches Paar in einer Art Dauerverliebheit wie sie nur sehr selten über Jahrzehnte hinweg möglich ist. Aus dem Model Sônia wurde eine Top-Modemacherin, die frischen Wind in die Damenkollektion des Hauses Bogner brachte. Sônias Stil  galt als eklektisch. Sie schätzte einen Look, der ein bisschen Hippie mit einem Schuss Rock`n `Roll  daherkam. Bestickte Teile und Blumenmuster mochte sie sehr, jedoch auch streng geschnittene Hosenanzüge und Blazer. In ihren Kollektionen soll sie die brasilianische Lebensfreude ausgelebt und mit Leichtigkeit legere, fröhliche Teile kombiniert haben. 

Man erlebt Sônia Bogner auf Fotos mit vielen namhaften Persönlichkeiten, nicht zuletzt auch mit Uschi Obermaier, die heute als Schmuckdesignerin in Los Angeles ansässig ist und mit Veruschka Gräfin von Lehndorff, die ihre Karriere  einst als erstes deutsches Topmodell begann und heute als Malerin und Gestalterin arbeitet. Auf allen Bildern fällt in erster Linie das Leuchten der Modemacherin auf.

Man erfährt  viel Erhellendes über den Stil der Designerin Sônia Bogner.  So viel nur: Bei ihr musste alles unkompliziert sein. Dabei liest in zahlreichen Zitaten viel Wissenswertes über das Denken dieser sympathischen, äußerst fähigen Frau, deren Vorfahren einem Indianerstamm in Brasilien angehörten. 

Es führt zu weit,  über all die Texte und Fotos im Bildband hier etwas zu schreiben. Sônia Bogner kannte alle, die Rang und Namen hatten und war sehr beliebt wie die Bilder deutlich machen. Dies hing wohl hauptsächlich damit zusammen, dass sie eine warmherzige, strahlende Frau war, die erfreulich unkonventionell wirkte. 

Zudem erhält man eine Idee von ihrem Wohnstil und erfährt wie das Ehepaar Bogner gereist ist. Seite um Seite begreift man die Seelenverwandtschaft der beiden immer intensiver und ahnt die Trauer dieses Mannes, dem man das nahm, was ihm am meisten bedeutet hat. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Sonia Bogner. Ein Leben zwischen Feuer & Eis

Rezension: Wir lieben Vintage- Der Style-Guide- Marianne von Waldenfels, Jennifer Dixon- #Callwey

Vintage? Was versteht man in der Mode darunter? Ein Kleidungsstück muss mindestens 20 Jahre alt sein, um so bezeichnet werden zu können. Dabei rechnen Experten alles von 1920 bis Ende die 1980er Jahre zu dieser Kategorie.  Neueres zählt dann zu "Secondhand".

Die Autorinnen berichten in ihrem reich bebilderten Buch von den legendären Couturiers sowie ihren wichtigsten Kreationen und benennen auch aktuelle Designer, die man heute kaufen sollte, weil das, was sie kreieren, sehr wahrscheinlich im Wert steigen wird. Kleidungsstücke, die der Kategorie "Vintage" angehören, müssen den Stil der Zeit auf besondere Weise verkörpern und sollten in guter Verfassung sein.

Man lernt zunächst prominente Vintagefans kennen und erfährt, wo man diese Mode beziehen kann. Anschließend werden die Modejahrzehnte, beginnend bei den Twenties,  näher beleuchtet und hier auch die Designer/innen aus jenen Zeiten und Stilvorbilder wie etwa Greta Garbo in den 1920er Jahren.

Um sich rasch einen Überblick zu verschaffen, werden bestimmte Textbeiträge in Kurzform für Eilige als Merksätze zusammengefasst. Es folgen Erläuterungen zu Lieblingsstücken, die bei Sammlern hoch im Kurs stehen. Dazu gehört die Birkin Bag und die Kelly Bag von Hermés auch Taschen von Louis-Vuitton. Woran man die Echtheit dieser und anderer Lieblingsstücke erkennen kann, wird ausführlich erklärt. Das Carré von Hermès bleibt  natürlich nicht ausgespart und man lernt im Rahmen von sehr guten Interviews Vintage-Profis kennen, die das Thema sehr  informativ abrunden.

Ganz zum Schluss warten auf den Leser Vintage-Insidertipps zum Einkaufen, Verkaufen oder für immer Tragen mit Adressen der weltweit besten Vintage & Secondhand-Boutiquen.

Was lernt man durch dieses Buch?  Der derzeitige Zeitgeist nimmt sich dem Gestern an und das nicht ohne Grund. Alte Designermode wird zum Handelsobjekt, weil sie teilweise im Wert steigt. Sammeln  ist für die Wegwerfgesellschaft ein neuer Trend, nicht nur was Vintage-Mode anbelangt. Wer sammelt, wiedersetzt sich dem derzeitigen Dauer-Credo des Loslassens.

Empfehlenswert
Helga König

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Outfit OF THE DAY- Fashion-Styles für jede Stimmung- Sofie Valkiers- Prestel

In diesem reich bebilderten Buch vermittelt die hübsche Autorin Sofie Valkiers Looks und Tipps für jede Stimmung- für Styling, Garderobe, Haare oder Make-up. 

Die ansprechenden Fotos hat der Fotograf Marco Bastos realisiert. 

Es handelt sich bei diesem Buch um einen Ratgeber für junge Frauen, die vielleicht noch etwas Orientierung benötigen, sei es im Hinblick des Outfits im Büro oder auf Reisen, für eine Party oder an einem Sonntag ohne Verpflichtungen.

Aufgeklärt werden die jungen Damen beispielsweise, was in eine Partyhandtasche gehört, so etwa Schuh-Pads, um Blasen, die durch zu enge High Heels entstehen, vorzubeugen. Solche Ratschläge finde ich sehr liebenswert, weil sie zeigen, dass hinter jeder Möchtegern-Göttin eine normale junge Frau steckt, die nicht sinnlos leiden möchte. 

"Power Dressing fürs Büro." Das klingt spannend. Hier liest man von all den kleinen Tricks, sich optisch Geltung zu verschaffen, ernst genommen zu werden vom ersten Augenblick an. Und immer wieder hat man den Eindruck, dass die Mädels älter wirken wollen, als sie es tatsächlich sind und weiß, dass 30 Jahre später dann alles unternommen wird, um jünger zu erscheinen, um die Erfahrung, die man ausstrahlt, bewusst zu tarnen, weil sie verschrecken könnte. 

"Wenn ich zum Tanzen gehe, trage ich die höchsten Absätze und das kürzeste Kleid", liest man. So sollten jungen Frauen empfinden und es auch umsetzen, denn attraktiv zu wirken, macht Freude und wer einen hübschen Körper hat, sollte ihn auch zeigen.  Die Natur will es so.

Diverse Traumorte stellt Sofie Valkiers  auch  vor. Einer davon ist Antwerpen. Zu jedem Ort liefert sie jeweils interessante Reisetipps und zeigt sich modisch gekleidet. 

Alles in allem, ein kurzweilig zu lesendes Buch, das ein wenig wie eine Visitenkarte der Autorin anmutet, aber darüberhinaus viel zu bieten hat und vor allem jenen hilft, die einfach gut und dabei der Situation angemessen, gekleidet und geschminkt sein möchten. Nichts ist schlimmer als "overdressed" zu sein. 

Empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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Outfit of the Day: Fashion-Styles für jede Stimmung

Ein Mann- ein Bart- Das Stilbuch für den bärtigen Mann-teNeues

Dieses spannend zu lesende, reich bebilderte und zudem hübsch illustrierte Buch stammt von Peabody Fawcett, Kapitän der Königlich Englischen Marine a. D., Lieferant und Fabrikant erstklassiger Bartpflegeaccessoires, der sich zudem als kühner Weltenbummler und Abenteurer empfiehlt. 

Nach seiner Meinung wird durch die Art, wie ein Mann sein Gesicht rahmt, dessen Persönlichkeit unterstrichen und entschieden, mit welchen Augen ihn die Welt wahrnimmt. 

Das Werk ist in insgesamt vier Kapitel untergliedert:

1. Der Aufstieg des modernen Gentlemans 
2. Der Barbershop 
3. Besuch beim Babier 
4. Die Bart- und Haarpflege 

Im Gegensatz zu früheren Zeiten, habe der Mann in der Stilfrage, ob er einen Vollbart, Oberlippenbart oder eine Glattrasur bevorzugt, freie Hand, weil es heutzutage kaum noch Anlässe gäbe, bei denen bestimmte Bart- oder Haartrachten vorgeschrieben sind. Der Gentleman von heute lasse sich von Tradition nicht mehr einengen, sondern erneuere seinen Stil, um auf diese Weise mit der Zeit Schritt zu halten, er sei flexibel und robust und habe nicht verhandelbare Prinzipien sowie Witz.  Zudem sei er elegant, gepflegt, verträglich und ein weltmännisches Leitbild. 

Zunächst erhält man einen historischen Abriss über die Bartmode. Im Jahre 2000 v. Chr. kam die Rasur auf. Damals wurden Barthaare mit Feuersteinen oder Muschelschalen entfernt. Die Griechen sahen im Bart ein Zeichen männlicher Dominanz. Durch das Vorbild Alexanders den Großen kam dann die Glattrasur in Mode und bei den Römern schließlich avancierte die Barbierstube zum Ort, an dem man sich zum Plausch traf und den Nachmittag verbummelte. Die Blütezeit des Barts war das 19. Jahrhundert. Jetzt ließen sich die Männer üppige Backenbärte stehen, auch ausufernde Koteletten und anderes mehr. Interessant ist, in diesem Zusammenhang auch anhand von Bildern, die Bartmoden zu sehen. Am attraktivsten finde ich letztlich Errol Flynns bleistiftdünnen Schnurrbart, doch dies ist natürlich Geschmackssache. 

Über die religiöse Tradition im Hinblick auf Barthaar wird man unterrichtet und auch über die Haarregeln für Soldaten. So durften bei Napoleon die Männer Vollbärte tragen. Auch in Märchen und Mythen spielen Bärte eine Rolle. Erwähnt werden  beispielsweise König Drosselbart und auch Ritter Blaubart. Man erfährt auch etwas über Bartträger in der Kunst und Popkultur, um dann eine ganze Reihe bärtiger Männer kennen zu lernen mit teilweise recht eigenwilligem Bartdesign.

In der Folge  liest man über typische Barbershops  und hier über die Entwicklung von Friseurstühlen aber auch über die Schere und die Haarschneider. Den ersten Elektroschneider konstruierte Leo J. Wahl, ließ ihn sich 1921 patentieren und verkaufte ein Jahr später schon mehrere Tausend Exemplare. Vorgestellt werden zudem Rasiermesser und Rasierpinsel. 

Der erste Pinsel in der heutigen Form wurde 1748 erfunden. Dabei wurde zumeist Dachshaar verwendet, weil dieses besonders viel Wasser speichern kann. Dann liest man von Barbieren in aller Welt und erfährt, dass die besten von Dorset kommen. 

Männer, bekanntermaßen nicht uneitel, nutzten schon vor 12 000 Jahren aromatische Öle, um die Haut weich zu halten und Körpergerüche zu dämpfen. Man liest von Bleiweiß, mit dem sie ihr Gesicht aufhellten und Pockennarben zu verdecken suchten und lernt zudem Utensilien für den gepflegten Herren kennen. Es wird in diversen Schritten gezeigt und erläutert wie ein Mann sich rasiert und pflegt, um das Aussehen eines Gentlemans zu haben. Gezeigt wird aber auch wie ein Mann sich einen Bart wachsen lassen kann und auf welche Weise er in schon im Wachstum pflegen sollte. 

Auf den letzten Seiten liest man auch noch Wissenswertes zur Geschichte des Parfums und der Herrendüfte. 

Dies ist ein wirklich gelungenes Buch, das man Männern von Welt, die Humor und der Fähigkeit zur Selbstironie besitzen, bedenkenlos schenken kann. 


Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung: teNeues oder Amazon Ein Mann - ein Bart

Panama 1924, Amaryllis Bianco Eau de Parfum Spray von Boellis

Im Jahr 1924 eröffnete Antonio Boellis den weltweit renommierten Barbiershop "Panama 1924" in Neapel. Antonio schätzte man wegen seiner klassischen Haarschnitte, seiner glatten Rasuren und seiner engagierten Persönlichkeit. 

Antonio und Michele Boellis, die Söhne Peppinos, führen heute die Tradition ihres Vaters und Großvaters fort. Ihre Produkte werden von Hand und nach traditionellen Methoden sowie Rezepturen in den ursprünglichen Räumen Boellis' gefertigt. 

Vorstellen möchte ich an dieser Stelle Amaryllis Bianco Eau de Parfum Spray, das Michele Boellis romantischen Frauen gewidmet hat. 

Er sagt: "Ich liebe es, eine Frau mit einer Blume zu vergleichen, niveauvoll und zart, jedoch immer stolz und bereit ihre Persönlichkeit hervorzuheben. Ich fand all diese Eigenschaften in einer Blume, die ich wirklich schätze. 

Es war Winter, ich war mitten im weißen Feld aus Amaryllis, die, vom Wind leicht berührt, ihren Duft entfalteten und eine zauberhafte Vision aufriefen. Der Wind ist eine wunderschöne Frau, die den Duft einfängt, um ihn zu tragen. 

Ich möchte dazu beitragen, diesen Zauber in einem Parfum aufzufangen, um derjenigen, die es trägt, die Intensität, die Zärtlichkeit und die Emotion dieses Moments zu schenken" 

Kreiert wurde dieser Duft von dem namhaften Parfümeur Maurizio Cerizza  und ist in einem geschmackvollen, weißen Flacon mit Würfelmuster verborgen, der durch eine weiße Kugel verschlossen wird. 

Das Symbol der Kugel bedeutet die Gesamtheit aller Möglichkeiten in der endlichen Welt; die Urform, die die Möglichkeiten aller anderen Formen beinhaltet; das Welten-Ei; die Überwindung von Zeit und Raum; Ewigkeit; die Anima mundi (Platon) und die zyklische Bewegung der Erneuerung.* 

So gesehen ist die Kugel, die den Flakon verschließt, ein Versprechen, was den Inhalt anbelangt. 

Die Artemisia in der Kopfnote ist eine Pflanzengattung der Familie der Korbblütler. Der Kräuterduft spielt mit den leuchtenden Noten der Bergamotte und der Reinheit der Orange, während der Koriander eine würzige Note zu den grünen und fruchtigen Noten des Rhabarber und der Frische des Lavendels beiträgt. 

Im Herzen dann sorgt die Amaryllis, erhoben durch Jasmin Sambac, und die intensive Magnolie für ein paradiesisches Dufterlebnis, das durch die Noten von Weihrauch einen nahezu überirdischen Eindruck hinterlässt. 

Die Basisnoten Benzoe, Perubalsam, Tolubalsam, Sandelholz, Tonkabohne, Moschus und Vanille schenken dem Duft Sinnlichkeit und eine intensive, verführerische Facette. 

Amaryllis Bianco Eau de Parfum ist ein zauberhaft poetischer Duft für weltoffene Damen, die es sich erlauben, bei Begriffen wie Sehnsucht ein wenig zu träumen, weil sie wissen, dass Romantik zu ihnen gehört seit dem Anbeginn aller Tage. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Im  ausgesuchten Fachhandel erhältlich

Bilder: Isis Parfums Diffusion
Definition:  Kugel