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WÜRFELKETTE EDELSTEINE, SONNE, SILBER VERGOLDET

Diese Edelsteinkette aus dem Hause "Schmuckwerk Hübener" in Leipzig besteht aus würfelförmigen Steinen und goldplattierten Silberelementen. 

Die strahlende und dabei dezent wirkende Businesskette setzt sich aus folgenden Edelsteinen zusammen: Citrin, Karneol, Schaumkoralle und Koralle.

Edelsteine besitzen neben ihrer individuellen Schönheit immer auch eine Heilwirkung. Von daher möchte ich nachstehende Informationen u.a. von "Schmuckwerk Hübener" zu den Steinen anfügen:

CITRIN Der Citrin ist ein Kristallquarz. Die Spurenelemente Titan und Mangan, sowie hohe Temperaturen und Druck verliehen ihm die gelbe Farbe. Citrine gibt es von hellgelb, über gelb bis hin zu hellen Brauntönen. In der Natur kommen sie nur selten vor. Daher wurden schon im Mittelalter Amethyste mit hoher Hitze behandelt (gebrannt). Diese künstlich behandelten Steine bezeichnet man als Goldtopas oder Madeiratopas. Fundstellen des echten Citrin findet man in Brasilien, den USA und auf Madagaskar. Der Name Citrin leitet sich aus dem griechischen ab und bedeutet so viel wie Zitronenstein. Sein helles, leuchtendes Gelb soll seinem Träger Lebensfreude und Selbstvertrauen geben. Im Mittelalter wurde der Citrin als Sonnenstein verehrt, welcher seinem Träger ein langes Leben schenken sollte. Als Heilstein werden ihm entgiftende Eigenschaften zugeschrieben, wodurch das Immunsystem und der Stoffwechsel gestärkt werden Er soll sensible Menschen in ihrer Ausdruckskraft stärken und zu Lebensfreude verhelfen. 

KARNEOL Der Karneol gehört zu den wertvollsten Schmucksteinen seit der Antike. Er ist der Gruppe der Quarze zuzuordnen und ist wie der Onyx ein Achat. Seine wunderbar rote Färbung ist bedingt durch die Anreicherung von Eisen. Farbnuancen von Rot über Orange bis Rotbraun sind möglich. Die Hauptfundgebiete liegen in Australien, Brasilien und Indien. Seinen Namen erhielt der Karneol vermutlich durch seine Farbe; abgeleitet vom lateinischen Wort "Corneolus" , das für die Cornelkirsche steht. Die Ägypter maßen diesem Stein göttliche Kraft bei und trugen ihn als Stein der Erneuerung und Treue stets bei sich. Seine Farbgebung erinnert an den Sonnenuntergang und auch bei den Griechen galt er als Symbol der wiederkehrenden Sonne. Er soll für eine bessere Durchblutung der Organe sorgen, den Sauerstoffgehalt im Blut verbessern und das Immunsystem stärken. Er gilt als Kraftstein, der hilft, richtige Entscheidungen in Liebe und Partnerschaft zu treffen und außerdem mehr Lebensfreude beschert. 

SCHAUMKORALLE Die Schaumkoralle, oder auch Wurzelkoralle, stammt aus dem Indischen und dem Pazifischen Ozean, wo sie in 10 bis 15 m Wassertiefe wächst und von Tauchern geerntet wird. Sie hat in natürlichem Zustand das Aussehen eines kleinen, verästelten Baumes und kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen. Die interessante, poröse Struktur und die zum Teil leuchtend rote Farbe ließen die Schaumkoralle schon früh zu einem beliebten Schmuckstein werden. Teilweise wird die Oberfläche der Koralle auch durch Polymerbehandlung glatt und glänzend gemacht, was einen noch vielfältigeren Einsatz als Schmuckstein ermöglicht. Entgegen vieler anderer Korallenarten ist die Wurzelkoralle nicht auf der Liste der bedrohten Arten und kann somit bedenkenlos getragen werden. 

Koralle: Die Koralle ist  vor allem ein Stein für Frauen, die deren Selbstbewusstsein als auch die Gesundheit stärkt und für harmonische, liebevolle Beziehungen sorgt.

Die Sonnenwürfelkette ist zeitlos, minimalistisch, dezent, äußerst ästhetisch und dabei gut verschließbar. Sie entspricht absolut meinem Geschmacksempfinden.


Maße Kettenlänge: 43 cm 

Kantenlänge der Würfel: 4 mm 


Sehr empfehlenswert

Helga König

Rezension: Claudia Schiffer- Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Claudia Schiffer", die vom 23.September bis zum 11. November 2017 in der CWC Gallery in Berlin präsentiert wird. Die Gruppenausstellung umfasst weit mehr als 100 Fotografien des Supermodels Claudia Schiffer und ist eine Hommage an sie und ihre Zusammenarbeit mit den berühmtesten Fotokünstlern der Welt.

Das Top-Model Claudia Schiffer wurde als 17 –Jährige seitens des Chefs von Metropolitan in einer Düsseldorfer Diskothek entdeckt. Dieser lud sie zu Probeaufnahmen nach Paris ein und nahm sie wenig später unter Vertrag. Nach ihrem ersten großen Werbe-Shooting mit Ellen von Unwerth wurde Karl Lagerfeld auf sie aufmerksam. Er erklärte sie damals zu seiner Muse und schickte sie im Alter von 18 erstmals für Chanel auf den Laufsteg. Der berühmte Modedesigner ist übrigens noch heute mit ihr befreundet. In den 1990er-Jahren zählte Claudia Schiffer  zu den "Big Five"der Supermodels und avancierte zum bestbezahlten Werbegesicht der Welt.

Die im vorliegenden Bildband gezeigten Arbeiten umfassen einen Zeitraum von den späten 1980er Jahren bis 2011. Es handelt sich bei den Aufnahmen um Fashion-Serien, Akte und Porträts. Über 15 Fotokünstler präsentieren ihre Arbeiten und dokumentieren die Eleganz, Erhabenheit Claudia Schiffers und das ihr eigene künstlerische Verständnis.

Die Fotografen zeigen verschiedene Facetten des Top-Modells, so etwa lasziven Sexappeal, Wandelbarkeit und ihre klassische Schönheit. Dabei lassen die Werke an der Entwicklung und Karriere von Claudia Schiffer teilhaben und dokumentieren, welche Bedeutung sie in der Modekultur hat.

Das Vorwort zum Buch hat Ellen von Unwerth geschrieben. Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit Claudia Schiffer, die sie kennen lernte als diese 19 Jahre alt war. Damals fotografierte sie das Modell für die deutsche Elle.

Inmitten der Bilderwelt finden sich immer wieder Texte, so von Domenico Dolce & Stefano Gabbana, Gilles Bensimon, Valentino Garavani, Cindy Crawford, Arthur Elgort, Nadja Auermann und vielen anderen mehr, die ihre Eindrücke von Claudia Schiffer wiedergeben. Oft wurde das Topmodell mit Brigitte Bardot verglichen, doch der Vergleich hinkt. Claudia Schiffer ist viel unnahbarer. Wirklich überirdisch schön ist sie auf den Fotos von Ellen Unwerth. Hier zeigt sie viel Seele.

Dass die Schiffer ein sehr formvollendetes Gesicht und einen traumhaften Körper hat, muss man nicht betonen. Jeder weiß es. In ihren jungen Jahren besaß sie dazu noch ein zauberhaftes Lachen. Arrogant wurde sie nie. Das macht sie sympathisch. Eines der schönsten Fotos stammt von Steven Meisel. Er hat es 1994 für die italienische Vogue realisiert. Sie trägt hellbraune Jeans und ein knappes Oberteil. Ihre Anziehungskraft ist hier unübertrefflich.

Am interessantesten ist Claudia Schiffer, wenn sie weit entfernt von Brigitte Bardot sie selbst sein kann. Mario Testino hat sie 2007 so aufgenommen und Ellen Unwert im Jahre 1989.

Es macht Freude sich mit jedem Bild länger zu befassen. Seit Goethe wissen wir: "Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis."  Das aber sollte uns nicht traurig machen. Staunen wir lieber und wundern uns über die Wunder der Natur. Formvollendete Schönheit ist eines davon. 

Ein gelungener Bildband, den ich gerne weiterempfehle.

Helga König


Überall im Handel erhältlich


Onlinebestellung bitte hier klicken: Prestel oder Amazon : Claudia Schiffer (dt.)

Rezension: 50 Years of Marc O´Polo- The Story- teNeues

Im vorliegenden Buch wird anhand von vielen tollen Fotos und spannenden Texten dem Leser die Erfolgsstory der Modefirma Marc O´Polo nahegebracht. Diese Firmengeschichte begann im Jahre 1967. Rolf Lind, Göte Huss und Jerry O. Sheets waren damals die Firmengründer. Sie stellten zunächst Hemden aus rustikalen Baumwollstoffen her, die in Indien auf neue Art gewebt worden waren. 

Auf einer Mode-Messe in Düsseldorf lernte der heutige Firmeninhaber Werner Böck  die Firmengründer kennen und wurde vorerst Teil der Marc O Polo-Familie. Deren bahnbrechende Idee bestand  später aus Unisex- T-Shirts in sieben Größen und in 30 Farben, mit einem weiteren Ausschnitt und als Clou ein sichtbarer Logodruck auf dem Ärmel. Entwickelt hat diese Idee Werner Böck. 

Nach wenigen Jahren hatte die Firma eine Million solcher T-Shirts verkauft. Nach dem gleichen Prinzip wurden dann Sweatshirts als Fashion-Statement adaptiert. Die Erfolgsidee des Logo-Drucks wurde seitens Marc O´Polo als Konzept in den Mainstream getragen. Auch Baumwollstrickpullover hatten ihren Ursprung in dieser Firma. 

Die drei Firmengründer verließen im letzten Jahrhundert Marc O´Polo. Der bayerische Firmeninhaber Werner Böck erneuerte  anschließend das Lable und arbeitet heute mit insgesamt 1800 Mitarbeiterinnen, für das Wohlergehen des Betriebs, wobei der Firmensitz in Stephanskirchen lokalisiert ist. 

Unzählige Modeaufnahmen die zeitlose, sportlich-elegante Herren- und Damenmode zeigen - und zwar in edlen Farbtönen- beeindrucken den Betrachter (m/w) Seite für Seite in diesem tollen Modebildband. So gewinnt man einen breitgefächerten Eindruck von den Modekreationen, auch der Werbekampagnen bei Marc O´ Polo  in den letzten 50 Jahren. 

Spannend zu lesen sind u.a. die eingestreuten Zitate Werner Böcks.  Dabei gefällt mir nachstehender Satz besonders gut:

"Erfolgreich zu sein bedeutet, sich von der Vorstellung zu verabschieden, alles alleine machen zu können."

Diese Erkenntnis verdeutlicht, welch Geistes Kind Werner Böck ist: Kein  törichter Narzisst, sondern ein teamorientierter Macher, der einer der bekanntesten und erfolgreichsten Modefirmen Deutschlands  vorsteht.

Für alle, die sportlich hochwertige Kleidung zu schätzen wissen und sich ihr Leben lang jung fühlen, ist dieser Bildband eine wahre Fundgrube für freudvolle Augenblicke und natürlich auch Inspiration für zukünftiges Shopping. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

Überall im Handel erhältlich. Onlinebestellung teNeues oder Amazon: 50 Years of Marc O'Polo, Deutsche Ausgabe

Rezension: Peter J. König-The Watch Book Rolex Die komplette Rolex-Story Von Starautor Gisbert L. Brunner teNeues

Bevor einige wenige Zeitgenossen ins Grübeln kommen, Rolex ist wohl die bekannteste Uhrenfabrikation der Welt, dazu noch eine der angesehensten und wenn man die Geschichte von Rolex betrachtet, eine der innovativsten. Dies sei nur der Ordnung halber vorausgeschickt, denn die Uhrenmarke Rolex ist mit eines der berühmtesten Labels überhaupt weltweit. Ob in der Formel 1, in Wimbledon, beim Segelevent Cup of America, bei den größten Golf- oder Polo-Ereignissen, überall in der Welt wo es um Sport, Glamour und sonstige Veranstaltungen auf höchstem Niveau geht, da ist die Edelmarke Rolex mit am Start.

Deshalb auch hat der teNeues-Verlag gemeinsam mit dem Starautor Gisbert L. Brunner diesen ebenfalls spektakulären Bild- und Informationsband auf den Weg gebracht. Und so hochwertig wie die Chronometer aus dem Hause Rolex sind, wurde auch dieses bibliophile Werk über den Gründer der Marke und seinen noch immer andauernden Erfolg, einem Deutschen aus Kulmbach, namens Hans Wilsdorf, gestaltet. Gezeigt werden seine grundlegenden Ideen zur Entwicklung von Uhren, die nicht mehr in der Tasche sondern am Handgelenk getragen werden. Ebenso der Aufbau seines Unternehmens, anfänglich in London als Importeur und Distributeur von Schweizer Uhren in Großbritannien, hin zu einer eigenständigen Manufaktur von edlen Neuentwicklungen in Genf in der Schweiz, bis zu einem Weltunternehmen, das eine Weltmarke auf höchstem Level vermarktet.  

Rolex-Uhren sind für ihre Präzision bekannt, aber auch für ihre Extravaganz und ihr abgehobenes Image. Ursprünglich ging es Hans Wilsdorf, am 22. März 1881 im fränkischen Kulmbach geboren, um die exakte Zeitangabe der Uhren, die er in England vertrieben hat. Diese ließen an Genauigkeit zu wünschen übrig, sodass er entschied, sich eine Schweizer Uhrenmanufaktur zu suchen, deren Chronometer nachprüfbare Präzision versprachen. In Biel in der Schweiz fand er einen solchen Hersteller in der Person des Uhrenfabrikanten Jean Aegler mit dem er später ein gemeinsames Unternehmen gründete die Montres Rolex S.A. in Genf. Fortan wurden in Biel die Uhrwerke und in Genf die Gehäuse entwickelt, wo beides dann auch zu einer Einheit gebracht wurde. Aegler war für die präzise Technik und Wilsdorf für das besondere Design zuständig. 

Als lebenslanger Direktor der Firma Rolex verantwortete er in vielfältiger Weise die Geschicke des Unternehmens, sei es in Hinblick auf Expansion, Neuentwicklungen, aber besonders auch auf Repräsentanz und Kundenbindung. So existiert eine Weltmarke, auch über Wilsdorfs Tod hinaus im Jahre 1960. Heute wird eine Vielzahl von Uhren-Modelle hergestellt, die alle berühmte Namen tragen und in der 110jährigen Geschichte im Haus Rolex entwickelt wurden. Genannt seien nur die Rolex Oyster, Oyster Chronograph Daytona, Cellini oder auch Air King. Rolex ist der Inbegriff der Schweizer Präzision geworden, ähnlich wie das Schweizer Taschenmesser, nur weitaus luxuriöser. Als Uhren-Marke gibt es wohl nichts Bekannteres auf dem Globus.

Der Autor Gisbert L. Brunner und das Verlagshaus teNeues, letzteres besonders für hochwertige und glamouröse Bildbände bekannt, haben gemeinsam ein Werk geschaffen, das inhaltlich höchst interessant informiert. Und dabei wird mit einer Fülle von Aufnahmen aufgewartet, sei es über die maßgeblichen Personen des Unternehmens wie sein Gründer Hans Wilsdorf nebst Kompagnon Jean Aegler, die Mitarbeiter oder die innovativen Firmensitze an mehreren Orten in der Schweiz. Hauptsächlich aber gibt es eine Vielzahl von Fotografien zu bewundern, die alle Modelle zeigen, die seit Beginn von Rolex produziert wurden. Gisbert L. Brunner hat sie kommentiert, dreisprachig in Englisch, Deutsch und Französisch und auch alle anderen Textpassagen entworfen, die die Geschichte von Rolex sehr anschaulich darstellt. 

Das Erscheinungsbild dieses Werkes steht dem Image von Rolex in nichts nach, angefangen von den samtartigen Buchdeckel ganz in English Racing Green gehalten, eigentlich die Farbe des Rolex-Schriftzuges, hier jedoch in goldener Beschriftung. Auch die folgende violette Doppelseite ist äußerst edel. Es folgt dann eine weitere Doppelseite mit einer Zeitschiene von 1926 bis 2016, die Aufklärung darüber gibt, in welchem Jahr jeweils die einzelnen besonderen Modelle auf den Markt gebracht wurden. Ergänzend erfährt der Leser noch wie die einzelnen Kapitel überschrieben wurden, als da sind:

Vorwort
Geschichte
Meilensteine
Produktion und Werte

"The Watch Book Rolex" ist ganz besonders hochwertig, sowohl vom Inhalt als auch von der Erscheinungsform her. Auch wenn man kein Besitzer einer Rolex-Uhr ist, so gibt dieser Bildband darüber Aufschluss welche wertvollen Pretiosen hinter dem Namen Rolex stecken und welches innovative Ideengut und welcher Aufwand und welches technische Know-how notwendig sind, damit eine solche Weltmarke über ein Jahrhundert an der Spitze des Uhrmacherhandwerkes sich behaupten kann. Und damit nicht nur der Kopf sondern auch das Auge seinen Spaß an diesem Bildwerk hat, wurde ihm seitens teNeues ein Erscheinungsbild verpasst, "very british and very exclusive"

Sehr empfehlenswert.

Peter J. König.

Überall im Fachhandel erhältlich

Onlinebestellung: teNeues oder Amazon: Rolex, The Watch Book

Rezension: Die Sprache der Schuhe- Frank Berzbach- Saskia Wragge- Midas Collection

Das vorliegende, bemerkenswerte Büchlein trägt den Untertitel "Eine kleine Philosophie des Schuhwerks". Das allein macht bereits neugierig, denn der Satz zeigt an, dass es in dem Buch um anderes geht als in den Bildbänden über Schuhe, die zumeist auf das visuelle Vergnügen von Schuhenthusiasten abstellen. 

Der Verfasser des Werks ist Dr. Frank Berzbach. Er unterrichtet Psychologie an der ecosign Akademie für Gestaltung und Kulturpädagogik an der Technischen Hochschule Köln. Sein Arbeitsbereich erstreckt sich auf Fragen zur achtsamkeitsbasierenden Psychologie, Arbeitspsychologie, Kreativität, Spiritualität, Mode, Popmusik und Popkultur. 

Die Illustratorin Skaskia Wragge hat das Buch hübsch bebildert. Sie studierte an der ecosign Akademie für Gestaltung bei Boris Servaris, Leo Leowald und Ivo Ringe. 

Der Autor beschreibt in seinem Werk Schuhe, die Kultstatus erlangt haben und dabei auf eine Epoche, eine politische Richtung, auf Musikstile oder Filmcharaktere anspielen. Berzbach geht es um die Sprache der Schuhe, um die Lebensphilosophie, die hinter den Modellen steckt, lässt der Verlag die Leser vorab schon mal wissen.

In der ausführlichen, sehr kurzweilig zu lesenden Einleitung des Verfassers erklärt er, was man unter der Sprache der Schuhe versteht. Hier reflektiert er, weshalb es wichtig ist, auch mal barfuß zu laufen und erwähnt das "Kinhin", die Gehmeditation im Zen-Buddhismus, die barfuß praktiziert wird. Außerhalb der körperlichen Arbeit müssen Schuhe nicht nützlich sein, so Berzbach, denn sie gehörten zur Sphäre des Schönen, mitunter sogar zur Kunst.

In den letzten Jahren sei es zu einem Formverfall im Hinblick auf die Kleidung gekommen. Speziell im Bereich der Schuhe sei dies bemerkbar. Schuhe seien verbunden mit einem tiefen Erleben der eigenen Standhaftigkeit. Seit dem 20. Jahrhundert drückten Schuhe auch unsere Neigungen und unseren Geschmack aus. Sie deuteten an, was wir ablehnen oder mögen. Wer zu unzeitgemäßen Modellen greift, wird  offenbar als unzeitgemäß betrachtet. Doch auch das könne wiederum Mode sein. 

Die Schuhe, die im Buch gezeigt werden, mögen zwar nicht alle geschmackvoll sein, Kultstatus haben sie jedoch tatsächlich  allesamt, auch die Flip-Flops, die soziologisch betrachtet zur Punk-Bewegung zählen. 

Von High Heels über Clark Desert Boots hin zu Balerinas lernt man Damen- und Herrenkultschuhe kennen, die auch durch Illustrationen gezeigt werden. Man ist vielleicht amüsiert, wenn man liest, dass Keilabsätze die Funktion von Schwimmflügeln haben und vermutlich ein faires Angebot des Schuhdesigners an Mädchen auf dem weiten Weg zur Dame sind. Ist das tatsächlich so? 

H `m, Balerinas aus Wildleder mit Keilabsatz können selbst große Füße hübsch gestalten und ein in die Jahre gekommenes Mädchen durchaus ein bisschen verjüngen. Diesen Aspekt sollte man nicht außer Acht lassen. Nicht jede Frau möchte als Dame erscheinen..., speziell  in unseren Zeiten nicht.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung Midas Collection oder Amazon

Rezension:Mehr Wind! Ein Streifzug durch die Welt der Fächer- Hans Merkle- Hirmer

Dieser wunderbare Bildband ist einem Mode-Accessoire längst vergangener Zeiten gewidmet: dem Fächer. 

Fächer spielen heute im Alltag keine Rolle mehr. Man findet sie nur noch in den Schubladen der Sammler und in den Depots der Museen. 

Neben einem umfangreichen Bildteil hat man in diesem Werk die Gelegenheit, die Geschichte des Fächers kennenzulernen. Hier werden historische Hintergründe aufgezeigt, vor denen die Fächer einzuordnen sind. Zudem lernt man die Begleitumstände ihrer Herstellung und Verwendung kennen. Die geschichtliche Abhandlung beinhaltet eine Zusammenfassung der in der Literatur verstreuten Daten und Fakten zur Fächergeschichte: Herkunft, Werkstoffe, Fertigungsverfahren, Gestaltungselemente, technische Erfindungen, wirtschaftliche Sachverhalte, politische Rahmenbedingungen und kultureller Hintergrund.

Die gezeigten Fächer stammen aus einer privaten Sammlung. Dabei umfasst der Bestand Exemplare aus mehr als drei Jahrhunderten. 

Der primäre Zweck eines Fächers, so erfährt man, besteht darin, das vom menschlichen Körper aufgebaute Wärmepolster durch Wedeln abzuführen. Auf diese Weise wird die Haut abgekühlt. Die ersten Fächer waren tatsächlich Wedel aus einfachen, naturgegeben Materialien. Bereits in den frühen Hochkulturen gab es Fächer. In Europa entdeckte man sie in der Renaissance wieder, wo sie in der italienischen Oberschicht bereits ein Teil der damaligen Mode wurden. Damals schon ließen sich Aristokratinnen mit ihren Fächern malen, wie man diversen Bildern im Buch entnehmen kann. 

Königin Elisabeth I. (1533- 1603) soll ein Faible für Fächer gehabt haben. Sie besaß 27 Exemplare. Bezogen hat sie diese bei Juwelieren und Parfümeuren, die mit Goldschmieden, Kunstdrechslern und Vergoldern zusammengearbeitet haben. 

Nicht nur Frauen, auch Männer trugen Fächer bei sich. Diese bestanden zumeist aus Papier und waren mit amourösen oder verspielten Szenen, Beschreibungen italienischer Städte und witzigen Sprüchen bemalt. 

Man liest von der damaligen Innovation aus Fernost, den Faltfächern, die portugiesische Seefahrer von ihren Erkundungsfahrten mitbrachten. Es waren Fächer, die man- der Name lässt es bereits erahnen- zusammenfalten kann. Der Falt- und der Briséfächer spielten die Hauptrollen in den nächsten Jahrhunderten. Wie diese Fächer gestaltet sind, wird im Buch genau erläutert. Der Siegeszug des Faltfächers forderte das europäische Fächergewerbe heraus. Über dessen Aufstieg und Organisation erfährt man im historischen Teil Wissenswertes. 

Sehr gut informiert wird man zudem über die künstlerischen Techniken, Motive und Stilentwicklungen des Fächers. Mal liest über Fächermaler, die sich häufig von Gemälden und Stichen bekannter Künstler inspirieren ließen und mit der Zeit eigene Stilelemente entwickelten. 

Des Weiteren erfährt  man wie sich die Zeitläufte auf die Fächer auswirkte, wann die letzte Blütezeit des Fächers war und wann die Fächerbranche schließlich zu existieren aufhörte. 

Alles hat seine Zeit…. Schade, dass die Zeit des Fächers schon dem Gestern angehört.

Eine wahre Freude ist es, die einzelnen Fächer zu bewundern und die Motive zu studieren. Die Fächer sind alle genau beschrieben und nach Epochen geordnet. Nicht nur die Motive auf dem Papier, sondern auch die kunsthandwerkliche Arbeit der Stäbe fasziniert den Betrachter. 

Was es in diesem Bildband zu sehen gibt, entzückt einfach. Der textliche Streifzug durch die Welt der Fächer rundet die Präsentation perfekt ab.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich

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Rezension: DIVINE X Design- Das Kleid in der Antike- Nünnerich-Asmus Verlag & Media

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen, zweigeteilten Ausstellung "DIVINE X Design- Das Kleid in der Antike", die bis zum 8. Oktober 2017 in der Glyptothek und den Staatlichen Antikensammlungen in München gezeigt wird. 

Motiv für die Ausstellung war die Frage, in welcher Form Kleidung aus der griechischen Antike Impulsgeber für heutiges Modedesign sein kann. Dabei dienten den Studierenden des Studiengangs Mode und Design  zu Inspiration griechische Statuen aus Marmor, Ton und Bronze, zudem Abbildungen von bekleideten und nackten Menschen auf antiker Keramik. Durch diese Statuetten können Kleiderformen und –farben, Muster und Tragweisen, aber auch Veränderungen in der Bekleidung im Laufe der Zeiten nachvollzogen werden. 

Zu sehen sind im Katalog u.a. Abbildungen vom alltäglichen Hantieren mit Kleidung durch Anziehpuppen aus Ton und Verweise auf den rituell religiösen Umgang mit Kleidung in Übergangsphasen des Lebens. Auch Gegenstände aus dem Bereich der Kosmetik, zudem Haar- und Gewandschmuck werden präsentiert, damit man eine Vorstellung von der damaligen Körperpflege erhält. Bei allem möchte die Ausstellung aber primär einen Dialog mit dem Kleid in der Antike ermöglichen. 

Der Katalog will zudem auch der zeitgenössischen Mode gerecht werden. So werden zudem Transformationen der damaligen Mode anhand  von  zwei neuen Modekollektionen gezeigt. 

Die Texte im Buch stellen eine inhaltliche Vertiefung der in der Ausstellung visualisierten Themenfelder dar. Ergänzt werden sie durch die Erläuterungen der wahrlich gelungenen Modekollektionen. 

Man erfährt Näheres über das Kleid als Auflösung des Trennenden anhand eines attischen Grabreliefs und kann sich u.a. mit einem bemerkenswerten Essay von Elke Katharina Wittich über antike Kleidung näher befassen. Antike Selbstinszenierung durch Kleidung wird erörtert und man erfährt, dass selbst der Konsum modischer Artikel uns in der bildenden Kunst der Antike überliefert wurde. So stehen beispielsweise eine Vielzahl feiner Stoffe, Schals, Parfüms und Fächer sowie Schmuckstücke im Zentrum der gezeigten Bilder. 

Über Gewänder und ihre Wertschätzung im Spiegel der antiken Literatur wird man aufgeklärt und kann sich in die wunderbaren Kleider  der  Modekollektionen  des Hier und Heute verlieben, so etwa in ein Kleid, das von dem Gewand der Statue der Leda inspiriert wurde. Die Designstudentin Susanna Niklas hat es entworfen. Man erfährt ähnlich wie bei den anderen gezeigten Modellen der Kollektionen jeweils Näheres zur Bearbeitung, zum Material und zur Gestaltung und wird über die Herstellung antiker griechischer Kleidung sehr gut informiert. 

Hier geht es ums Weben und Spinnen und um die Sprangentechnik, mittels derer Textilien ungewöhnlich dehnbar und elastisch wurden. Färben, Dekore und Muster, auch exotische Materialien in antiken Zeiten sind ein  weiteres Thema und man liest zudem Erhellendes über schöne Frauenkleidung damals im Kontext der Hochzeit. Es ist erstaunlich, was alles aus jener Zeit bekannt ist im Hinblick auf Körperpflege und Kosmetik. So etwa auch, dass die ersten Cremes aus Butter oder Tierfett bestanden, es schon Duftöle gab und Frauen selbstverständlich damals auch daran interessiert waren, attraktiv zu sein.   

Über griechische Männerkleidung wird man zum Schluss informiert  Auch was Kinder trugen bleibt dem Leser und Betrachter des Buches nicht verborgen und man liest zudem, welche Kleider den Göttern zugeordnet wurden. 

Alles in allem ein spannend zu lesender Katalog, zu einer Ausstellung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König 

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Rezension: It`s all about Shoes- Susanne Middlemass- teNeues

Die Autorin dieses Bildbandes ist die britische Fotografin Suzanne Middlemass. Ihre Streetstyle-Aufnahmen wurden bereits in Zeitschriften wie Vogue, Elle, InStyle, Glamour und GQ veröffentlicht.

Im vorliegenden Buch zeigt sie Streetstyle für Schuhe aus den führenden Modemetropolen der Welt: Paris, Mailand, New York, London, Berlin und Kopenhagen. 

Zielgruppe des Bildbandes sind: Modedesigner, Kulturforscher, Fans innovativer Streetstyle Fashion und alle, die für ihren persönlichen Stil kreative Inspirationen suchen. 

Im Index zu Ende des Werkes erfährt man, wo und wann die einzelnen Fotos aufgenommen wurden. 

Da man nur ganz selten die  Gesichter der Trägerinnen der Schuhe sieht, kann man sich vollkommen auf die raffinierten Modelle konzentrieren. 

Turnschuhe, Stiefel, Stiefeletten, Pumps, Ballerinas etc, alles steht zur Bewunderung an.

Wunderschöne Ballerinas mit raffinierten Bändern machen natürlich neugierig auf die Frau, die diese Schuhe trägt. Fantastische handgemachte Schnürstiefel, die vermutlich ein Vermögen kosten, bewundert man ebenso gerne wie wunderschöne Plateauschuhe, die an  farbenfrohe Kunstwerke erinnern.  Es ist spannend, die Einzelheiten genau zu studieren. Kunsthandwerk. Eindeutig.

Sommerstiefel von höchster Eleganz und immer wieder Schuhmodelle von besonderer Raffinesse lösen Entzücken aus. Diese Modelle alle hier zu beschreiben, ist unmöglich. Natürlich sind High Heels und College Schuhe dabei, auch einige bizarre Modelle für Frauen, die völlig aus dem Rahmen fallen wollen. Jeder Schuh ist eine Besonderheit und bedarf selbstbewusster, attraktiver Trägerinnen.
  
Seite für Seite ist dieses Buch einfach ein Hochgenuss für alle die ein Faible für schön gestaltete Schuhe haben, denen man ansieht, dass sie von bester Qualität auf höchstem Niveau verarbeitet worden sind.

Sehr empfehlenswert 

Helga König 

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Rezension: Rezension: How we see the world – Die Geschichte des besseren Sehens.

Die Texte dieses bemerkenswerten Bildbandes mit dem Titel  "How we see the world – Die Geschichte des besseren Sehens" stammen von Marcus Schick in Zusammenarbeit mit dem Brillenhersteller Rodenstock GmbH. Die Fotos gehen zum größten Teil auf die Rodenstock GmbH zurück. 

Das Buch erscheint anlässlich des 140 jährigen Bestehens des Unternehmens. Rodenstock ist die einzige Marke der Augenoptik, die dem Brillenträger Brillengläser und Gestelle aus einer Hand anbietet. Das Unternehmen beschäftigt 4500 Mitarbeiter und ist in 85 Ländern vertreten. 

Die Geschichte der Brille beginnt in China. Dort kannte man schon vor über 2000 Jahren Seehilfen. Glas galt im antiken Mesopotamien als Herrschaftswissen und im 2. Jahrhundert dann war schließlich das Prinzip der Vergrößerung bekannt. Damals aber fehlten noch die geeigneten Linsen. Der "Lesestein" brachte den Durchbruch. Das war im Mittelalter. Nun entwickelte man die ersten "Lupen" und dann auch die ersten Nietbrillen, die zwei Gläser miteinander verbanden. Es folgten Bügelbrillen und im 16. Jahrhundert Lederbrillen  sowie "Nasenquetscher" für den einfachen Geldbeutel. 

Lorgnetten für die gehobene Gesellschaft, auch Monokel und die ersten Sonnenbrillen kommen zur Sprache. Dann endlich liest man über den Unternehmensgründer Josef Rodenstock und seinen Kreationen, darunter die ersten Sonnenbrillen mit gelbgrünen Gläsern. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Produktionsmethoden immer ausgefeilter. Nun gab es gewölbte Gläser, die das Gesichtsfeld vergrößerten. Unzählige Abbildungen von alten Anzeigen und Brillengestellen  begeistern Brillenliebhaber natürlich sehr.  Hier gibt es viel zu staunen und zu bewundern.

Man erfährt über die Fortentwicklung der Brillen mancherlei Wissenwertes, auch dass Rodenstock 1968 die ersten selbsttönenden Gläser auf den Markt brachte, In den 1970er Jahren gab es dann Mehrstärkengläser und Gleitsichtgläser. Was man unter all dem zu verstehen hat, ist auch ein Thema.

Es führt zu weit, auf all dies einzugehen. Interessant ist, sich einen Eindruck über Brillenmoden in den einzelnen Jahrzehnten zu verschaffen und etwas über den Sonnenbrillenboom der 1950er Jahre zu erfahren. Brillen von einst bis heute. Das ist spannend, auch wenn das Buch für Rodenstock wirbt und dies den ein oder anderen Beckmesser wird maulen lassen.

Empfehlenswert,

Helga König

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Rezension: Die Blumen der Mode- Barbara Vinken- Klassische & neue Texte zur Philosophie der Mode- Klett-Cotta

Die Autorin dieser Anthologie ist Prof. Dr. Barbara Vinken. Sie lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie. 

Die Illustrationen im Buch stammen von Michaela Melián. Diese Künstlerin und Musikerin ist seit 2010 Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Ihre Arbeiten und Projekte wurden in Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert.

Das vorliegende Buch enthält 45 Textauszüge aus Schriften von Schriftstellern, Philosophen und Soziologen, die jeweils von Barabara Vinken erläuternd eingeleitet werden. Zur Sprache gebracht wird hier, was über die Mode in den letzten 300 Jahren geschrieben wurde, schreibt die Autorin eingangs und räumt ein, dass es vielleicht das ein oder andere gäbe, was sie übersehen oder überschätzt habe. Damit entzieht sie Möchtegernkritikern sehr klug die Argumentation für die üblichen Wadlbeissereien.  Das hat mir gut gefallen, denn das Buch bietet eine Fülle von Wissen an und zeigt durch die jeweils einleitenden Betrachtungen Barbara Vinkens, wie kenntnisreich diese Akademikerin in Sachen Modetheorie ist. 

Die Anthologie zeichne primär den Weg der Denkrichtungen nach, die der Mode gerecht werden wollten. Diese erstreckten sich von der Moral und der Ökonomie über die Soziologie und Psychologie hin bis zu einer psychoanalytisch sensibilisierten Ästhetik. An der Mode lasse sich die Ungleichheit aller und die Verdinglichung sowie Selbstentfremdung des weiblichen Geschlechts im Besonderen ablesen. Deshalb gelte sie als der Produktionszweig, in dem Menschen und Natur auf einem Markt ausgebeutet werden, der es wie kein anderer verstehe, Illusionen zu verkaufen. Solche Vorabinformationen machen natürlich neugierig auf die Texte.

Mode sei aber auch ein kostbares Kulturgut, der reflexive Ort, an dem unsere Gesellschaften Rassen-, Klassen- und Geschlechtliche Identitäten verhandelten. Mode scheine vieles zu sein, gewiss nicht zuletzt ein Theater der Obsessionen, indem Bedrohungen, Ängste und deren Abwehr, Verlockungen, auch individuelle und kollektive Traumata zur Anschauung kommen. Hier nickt man sofort bestätigend, wenn man sich  mit diesem Thema  eine gewisse Zeit kritisch befasst hat.

Leider ist es unmöglich, auf die vielen Texte im Rahmen der Rezension einzugehen. Immer wieder ist es spannend, die Erläuterungen der Autorin dazu zu lesen, weil diese die einzelnen Betrachtungen sehr erhellen und einfach neugierig auf die Texte machen. Auch Auszüge aus einem modetheoretischen Text von Barbara Vinken aus dem 1993 kann man studieren. Hier hat Sabine Resch die Vorbemerkungen verfasst. Klar wird, Barbara Vinken  hat vor langer Zeit schon ihr Lebensthema gefunden und erforscht es  seither in  allen Facetten.

Ein Textauszug aus Simone de Beauvoirs "Das andere Geschlecht" wurde nicht vergessen. Für die Feministin war Ziel der Frauenmode, ihre Protagonistin keineswegs als autonomes Individuum zu enthüllen, sondern sie stattdessen von der Transzendenz abzuschneiden, um sie der männlichen Begierde als Beute anzubieten. Bewusste Frauen im Hier und Jetzt sehen das zwischenzeitlich gewiss anders.

Neugierig auf die vollständigen Publikationen machen viele der Textauszüge, so etwa "Die Psychologie der Kleidung“ von John Carl Flügel aus dem Jahre 1930. Hier geht es u.a. um die Gründe des männlichen Verzichts auf dekorative Kleidung aus offenbar psychoanalytischen und politisch-gesellschaftlichen Gründen. Alles andere als uninteressant sind später dann Textauszüge aus "Metrosexualität. Oder: Wie schwul" von Andreas Krass, der erkannt hat, dass sich mit dem perfiden Wechselspiel von narzisstischer Verunsicherung und heteronormativer Bestätigung, welches die Metrosexualität kennzeichnet, Geld verdienen lasse. Bei allen philosophischen Betrachtungen geht es in der Mode heute  generell mehr denn je genau darum, wie man beobachten kann. Das zeigt ihre immer rasanter werdende Kurzlebigkeit

Ein hochinteressantes Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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