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Rezension: Eyewear (Gebundene Ausgabe)

Das vorliegende, reich bebilderte Buch erzählt die Geschichte des Brillendesigns. Die Texte sind in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt. Da ich ein sehr großes Faible für schöne Brillen, speziell für Sonnenbrillen habe, ist das Buch für mich ein ganz besonderes Vergnügen. Deshalb werde ich mich auch zukünftig immer wieder von "Eyewear" inspirieren lassen.

Worum geht es in den insgesamt fünf Kapiteln? Zunächst einmal um die ersten Brillen. Schon in der Antike wusste man in Griechenland wie man Linsen schliff, 2000 Jahre alte Berichte aus China enthalten sogar bereits Hinweise auf Sehhilfen.

Als Urvater der Optik wird Ibn el Haitam genannt, der im 11. Jahrhundert in Kairo lebte. Im 13. Jahrhundert dann verwendete man erstmals geschliffene Linsen. Damals wurde die erste geschliffene Lesebrille erfunden. In jenen Zeiten war die geschliffene Brille ein Symbol für Bildung und für den gesellschaftlichen Rang eines Mannes, der lesen und sich geschliffene Gläser leisten konnte.

Etwa 200 Jahre nach der Erfindung der Buchdruckerkunst vermochten sich fast alle in jeder Stadt in Europa, Brillen bei reisenden Händlern von den Karren zu kaufen. Von da an wurde die Brille zum Stigma. Sie wurde zum Ausdruck von körperlicher Schwächlichkeit und körperlicher Einschränkung. Ab den 1880er Jahren dann wurde die Augengläser mit dem dünnen Drahtgestell zur Norm.

Vorgestellt werden u.a. sogenannte "Lorgnons", das sind Brillen am Stiel, die im 19. Jahrhundert in Mode kamen, auch vom Monokel ist die Rede, bevor man mit Brillen konfrontiert wird, die zwischen 1900-1945 entstanden sind. 1968 entwickelte John W. Hyatt das Zelluloid. Durch dieses Material und verbesserte Techniken wurde die Sehhilfe zum ganz großen Geschäft. Nun auch entstanden Sport- und Schutzbrillen, die man, wie unzählige andere Brillenmodelle im Buch, alle auch bildlich kennenlernt.

Zwischen 1945-1960 boomten die Sonnenbrillen. Nun befassten sich Modedesigner mit diesem Accessoire und beseitigten das Stigma, das dem Brillentragen so lange anhaftete. Es werden eine Vielzahl von Designerbrillen aus jenen Jahren vorgestellt, bevor man die Brillenmode zwischen 1960-1970 beleuchtet. In diesen Jahren verschmolz die Brillenherstellung immer stärker mit der Ästhetik der Ära. Dabei ließ man die Pop-Art nicht links liegen, denn es wurden auch die bunten, artifiziellen Farben des Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Peter Max in Azetat nachgebildet.

Ab 1970 bis heute dauert nun bereits die Ära der Designerbrillen an. Dabei trug ich selbst viele dieser Brillen, wobei das schönste Modell von einem französischen Hersteller stammt. Mein Mann schenkte mir diese Sonnenbrille einst zum 10. Hochzeitstag und machte mir damit eine große Freude.

Vorgestellt werden u.a. Pilotbrillen, einige werden sich noch an das Porsche -Design von Christian Dior erinnern und andere Designerbrillen. Nicht immer war das Gleichgewicht zwischen dem Image des Modehauses und den Anforderungen der Augenoptik geglückt. Highlights brachten, wie man liest, Versage und Chanel heraus. Das kann ich so weit bestätigen, meine allerdings, dass die gelungenste Brille (mit grünem Gestell, genannt "Cartier-Cabriolet-Large") in den 1990ern von Cartier stammt.

Heute kaufen stilbewusste Menschen nach Angaben des Autors Moss Lipow (Brillendesigner und -sammler) Second-Hand-Brillengestelle aus den 1950-1980er Jahren. Diese Tatsache beweist mal wieder, dass es sich lohnt auch scheinbar aus der Mode gekommene Accessoires aufzuheben. Letztlich kommt alles wieder.

Ein tolles Buch, das ich gerne empfehle.

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Rezension:Vanity: Fashion / Photography from the F. C. Gundlach Collection (Taschenbuch)

Dies ist der Katalog zu Ausstellung "Vanity"- Modefotografie aus der Sammlung F.C. Gundlach, die vom 21.10.2011- 12.Februar 2012 in der Kunsthalle Wien gezeigt wird.


Der 1926 geborene Franz Gundlach ist Fotograf, Galerist, Sammler sowie Stifter und lebt und arbeitet in Hamburg. Er gründete in den 1960er Jahren die Dienstleistungsunternehmen CC (Creative Color GmbH) und PPS. (Professional Photo Service) und präsentierte in der PPS Galerie mehr als 100 Ausstellungen. Seit Anfang der 1980er Jahre allerdings konzentriert sich sein Augenmerk zunehmend auf das Sammeln fotografischer Werke und die Konzeption international beachteter Fotoausstellungen.

Neben einer Fülle wunderschöner Modefotos in Schwarz-Weiß und in Farbe der Modefotografen Richard Avedon, Lillian Bassman, Cecil Beaton, Sybille Bergmann, Erwin Blumenfeld, Guy Bourdin, Louise Dahl-Wolfe, Hubs Flöter, Ralph Gibson, F.C. Gundlach, Horst P. Horst, George Hoyningen-Huene, George Hurrell, William Klein, Nick Knight, Edgar Leciejewski, Zoe Leonard, Leon Levinstein, Peter Lindberg, Gjon Mili, Sarah Moon, Armin Morbach, Helmut Newton, Irving Penn, Regina Reglang, Imre von Santho, Kristian Schuler, Melvin Sokolsky, Deborah Turbeville, Wols (Alfred Otto Wolfgang) Schulze und Yva (Else Neuländer Simon) hat man Gelgenheit sich in Texte zu vertiefen, die sich mit der Modefotografie intellektuell näher auseinandersetzen.


Modegrafie, so erfährt man gleich zu Beginn des Buches, ist dasjenige Medium, das den Wandel der Mode antizipiert und reflektiert.


Die Ausstellung "Vanity" widmet sich dem Verhältnis von Fotografie und Mode. Dabei besteht nach Meinung von Gerald A. Matt in der Modefotografie eine der größten Fähigkeiten darin, Zeitgeist als kollektive Stimmung zu bewahren, die analog zum vordergründigen Bildinhalt auf komplexere Wunschvorstellungen der Gesellschaft verweist.


Die Ausstellung "Vanity" zeigt eine Auswahl von bedeutenden Aufnahmen ab den späten 1920er Jahren bis heute aus der Sammlung F.C. Gundlach. Sie schafft es, die Modefotografie als ästhetisches Medium losgelöst von seiner ursprünglichen Funktions- und Zweckgebundenheit zu veranschaulichen.


Die Geschichte der Modefotografie ist die Darstellung eines Zeitenverlaufs, der Ausdruck einer Ordnung, die kulturelle Codes schafft und konserviert, konstatiert Gerald A. Matt. Auf der Plattform der heute immer stärker dominierenden filmischen und elektronischen interaktiven Bilder werde das Thema Fotografie und Mode zum Anlass genommen, den Stellenwert des fotografischen Bildes als Objekt der Reflektion, aber auch als Kommunikationsmedium im Kontext von zeitgenössischem Design und Mode zu erörtern.

Das Vorwort, das Interview mit F.C. Gundlach und die drei Essays von Synne Genzmer, Frédéric Monneyron sowie Isabelle Azoulay im vorliegenden Buch sind übrigens in deutscher und in englischer Sprache abgedruckt.


Auf den letzten Seiten werden dann die Künstler textlich vorgestellt und man hat Gelegenheit sich in die Werkliste zu vertiefen.

Monneyron verdeutlicht, weshalb man Modefotografie als eigene Kunstform begreifen muss. Nicht zuletzt kündigt diese die Stimmung einer Zeit an.


Es führt zu weit die einzelnen Essayinhalte an dieser Stelle zu diskutieren. Das gilt im Besonderen für den Essay "Sehnsucht nach Schönheit- Versuch über den mafiösen Charakter von Schönheit" von Isabelle Azoulay. Schönheit verliere an Relevanz, schreibt sie. Von Belang seien heute Einsamkeit, Melancholie, Obsession, beunruhigende Träume. Es sei nunmehr nicht mehr die Schönheit an sich, so die Essayistin, die unsere Aufmerksamkeit mobilisiere, sondern das Subversive der Schönheit. Das Positivistische sei ins Abseits geraten. Die Sehnsucht nach Schönheit, traktiert von der Angst zu altern, lasse Frauen bei Dr. Frankenstein vorstellig werden. Berechtigt fragt Azoulay, welchen Chimären wir eigentlich folgen und berechtigt ruft sie aus: "Was für ein Amoklauf unseres Narzissmus?!."

Die Modefotografie hat sich verändert in all den Jahren. Sie erwartet mehr Kunstverstand von dem Betrachter, weil ihr Schwerpunkt sich eindeutig verschoben hat. Der Zeitgeist wird auf den neuen Modefotos vielfältiger transportiert. Das macht die Fotos noch kunstvoller und noch interessanter.

Empfehlenswert.

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Rezension:New African Fashion (US Version) (Taschenbuch)

Helen Jennings stellt in diesem reich bebilderten, in englischer Sprache verfassten Buch "New African Fashion" vor.


Es werden eine große Anzahl afrikanischer Modedesigner und ihr Können thematisiert, zudem lernt man afrikanische Modelle kennen.


Das Titelbild zeigt eine Kreation von Duro Olowu. Beispiele aus der Kollektion 2011/12 dokumentieren, dass dieser Designer tatsächlich seiner Intention folgt, die da lautet: "My intention was to create a freestyle, chic wardrobe for an indepentent spirit."(Zitat. S. 20).


Man wird mit Damen- und Herrenmode vertraut gemacht. Mich beeindrucken die Stoffe und deren Muster sehr, besonders jene, die Gloria Wavamunno oder Lanre da Lilva Ajayi verwenden: Sehr dezent und überaus edel.


Erwarten Sie in diesem Buch bitte keinen traditionellen Ethno-Look. Das Bild auf dem Cover ist vielleicht etwas irreführend. Hier werden Designer gezeigt, die etwas ganz Neues kreieren. Etwas hat sich hier entwickelt, das jenseits der großen Würfe, die wir von französischen, italienischen, amerikanischen und deutschen Mode-Designern kennen, positioniert ist und das mir zeigt, dass diese afrikanischen Kreativen, die Welt in ihrer Gesamtheit im Kopf haben. Das ist die Mode von global-denkenden Menschen, die sich vom Gestern und Gestrigen vollkommen verabschiedet haben.


Ganz bezaubernd sind die farbigen, wunderschönen Modelle und interessant sind Porträts der Modefotografen. Viel Gefühl, Kreativität und Musik schwingt in allem mit und bringt Neues auf den Weg, das uns alle erfreut.

Wer seine Vorurteile im Hinblick auf afrikanische Mode abbauen möchte, ist gut beraten, sich das Buch zu kaufen. Die gezeigte Mode ist einfach umwerfend schön.
Empfehlenswert.

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Rezension:Hermes Un Jardin Sur Le Toit Eau de Toilette Natural Spray 100 ml (Misc.)

Dieses Eau de Toilette habe ich im Juni zum Geburtstag geschenkt bekommen. Damals konnte man es bei Amazon noch nicht bestellen.

Beim Kauf in Frankfurt war ich dabei. Die charmante Verkaufsberaterin berichtete von einem Dachgarten in Paris im Stammhaus von Hermes. Dort angeblich würden all die Ingredienzien für den Duft wachsen: Kleine grüne Äpfel, Birnen, Magnolien, Rosen, Basilikum und Gras. Jean-Claude Ellena hat diesem Garten ein Denkmal setzen wollen, indem sie dessen Aromen für ihre Kreation als Grundlage für den Duft wählte.

Es gäbe auf dem Dachgarten- ich wollte es nicht glauben- sogar ein Behältnis für Kompost, wo der Rasenschnitt und die verwelkten Basilikum-, Rosen- sowie Magnolienblüten, auch Birnen- und Apfelreste deponiert würden und einen leicht herbstlichen Duft verströmten. Dieser Duft gepaart mit den frischen Blüten- und Fruchtnoten fände sich im neuen Eau wieder und werde die Trägerinnen jung und reif zugleich erscheinen lassen.

Ich ließ den Duft auf meiner Haut wirken, assoziierte ihn spontan mit einem Gedicht von Rilke, das den Titel "Der Apfelgarten" trägt und mit Liebermanns sowie Cezannes Grüntönen, doch sonderbarerweise nicht mit klassischer Musik, nein eher mit Songs von Diana Krall, weil dieser Duft ähnlich swingt, wie die Musik dieser begnadeten Jazz-Pianistin.

Empfehlenswert.

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Rezension: Fashion: Box

Diese Box zeigt anhand von 400 Fotos die großen Klassiker der Mode und die Stars, die diese Mode gewissermaßen unsterblich gemacht haben.

Das Buch nimmt seinen Anfang mit dem so genannten "Kleinen Schwarzen", Stilikone war Audrey Hepburn, Designer: Coco Chanel, Hubert de Givenchy, der Film in dem es Furore machte, war "Frühstück bei Tiffany", Blake Edwards, 1961.

Wie man erfährt, hat die Wandlungsfähigkeit dieses Kleid zu einem universellen Kleidungsstück gemacht, dass sich stets der Person anpasst, die es trägt. Diesbezüglich kann man sich auf Bildern überzeugen oder auch nicht. Namhafte Schauspielerinnen werden im "Kleinen Schwarzen" gezeigt. Carla Bruni sieht in ihrem Kleid sehr attraktiv aus, Monroe wirkt wenig überzeugend, auch Claudia Cardinale sieht in anderen Kleidungsstücken besser aus. Offenbar passt sich das "Kleine Schwarze" doch nicht immer an......

Ähnlich wie beim "Kleinen Schwarzen" verfährt Antonio Mancinelli, von dem die Texte stammen, bei allen anderen thematisierten Kleidungsstücken, sprich der weißen Bluse, den Jeans, dem Kostüm, dem Bikini, dem Rollkragenpullover, den Hotpants, dem Bleistiftrock, dem T-Shirt, dem Trenchcoat, dem Minirock, dem Twinset, dem androgynen Stil, der Korsage, der Caprihose und dem Abendkleid.


Stets erfährt man, in welchen Film das Kleidungsstück Berühmtheit erlangte, wer der Designer und wer die Stilikone war. Im Rahmen kleiner Texte wird man immer über Wissenswertes zu den einzelnen Kleidungsstücken in Kenntnis gesetzt und kann Schauspielerinnen und Bühnenkünstlerinnen unter die Lupe nehmen, die das Gewand der jeweiligen Stilikone tragen. Das finde ich interessant, weil es mir zeigt, dass nicht jedes Kleidungsstück zu jedem passt und dass selbst schöne Frauen an Ausstrahlung verlieren, wenn sie nicht ihrem Typ entsprechend gekleidet sind.


Der Autor konstatiert, dass es kein formelleres Kleidungsstück als eine weiße Bluse gäbe, sie stünde für Freiheit und Reinheit, für die Unabhängigkeit von Modeströmungen und für ästhetische Autonomie, (vgl.:S.43). Da stimme ich zu. Zur entsprechenden Stilikone Katherine Hepburn passte sie, auch zu Ingrid Bergmann. Charlotte Rampling steht die weiße Bluse nicht, sie ist ein Rollkragenpullityp.


Sehr spannend sind die Ausführungen desr Autors ber Jeans, die nach seiner für die Werte Aufrichtigkeit, Authentizität und Körperbewusstsein steht. Als Stilikone wird Marylin Monroe im Film "Misfits" angegeben. Nur bei wenigen Frauen sehen Jeans wirklich sexy aus. Die meisten haben einen zu dicken Hintern und zu dicke Oberschenkel. Das war auch das Problem der Monroe. Perfekt sieht die Jeans an Michelle Rodriguez aus. Bei ihr stimmt auch die Beinlänge.

Es ist unmöglich, im Rahmen einer Rezension alle Kleidungsstücke zu besprechen. Ursula Andress ist die Stilikone für den Bikini. Heute würde man sie vermutlich zwingen ein paar Pfunde vor dem Dreh abzuspecken, was eine Fehler wäre, denn diese Frau sah überirdisch schön aus mit ihren ästhetischen Rundungen. Doch das ist eine persönliche Empfindung meinerseits.

Der Rollkragenpullover zählte in den 60er Jahren zur Ausstattung der Existentialisten. Über diese Zeit berichtet der Autor ganz kurz, nennt als Stilikone Jeanne Moreau im Film "Jules und Jim". Man lernt eine Reihe von Rollkragenschönheiten kennen. Brigitte Bardot stand der Rollkragenpulli sehr. Er machte sie noch erotischer als sie es ohnehin schon war. Auch Marianne Faithfull sah super in diesem Pulli aus. Bei spröden Frauen wirkt der Rollkragen spießig.


Es macht großes Vergnügen, die einzelnen Kleidungsstücke näher kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren, so etwa über den Minirock, der Stärke und Verletzlichkeit zugleich suggeriert, aber auch den Wunsch zu gefallen, den Versuch zu verbergen und zu verhüllen, (vgl.: S. 293). Bei vielen Schauspielerinnen vergangener Zeiten waren die Oberschenkel zu dick. Jane Fonda stand der Minirock sehr gut und auch Elisabeth Hurley hat perfekte Beine und Francoise Hardy ohnehin.


Grace Kelly, eine der schönsten Frauen, die ich auf Bildern je gesehen habe, gilt als die Stilikone für das Twinset. Diese Kleidungsstücke werden seit 1918 industriell hergestellt. Im Buch kann man sich kurz mit der Geschichte des Twinsets auseinandersetzen. Ich liebe es in Hellbraun oder Wollweiß auf Röhrenjeans, weil es ihm dann die Strenge und den Anflug von Spießigkeit nimmt. Eine Perlenkette zum Twinset finde ich abtörnend.


Vielleicht noch ein Wort zur Korsage. Madonna ist hier Stilikone. Erotisch sieht sie an ihr nicht aus, weil sie körperlich alles andere als ein Vollweib ist. Sie ist die Parodie davon. Sophia Loren ist gleich auf drei Fotos in diesem Kleidungsstück abgelichtet. Sie sah darin umwerfend gut aus. Auch Brigitte Bardot und Marylin war das Ding auf den Leib geschneidert. Erotik pur.


Das Buch ist ein Schatzkästlein für alle, die Mode und schöne Frauen mögen. Kim Basinger im Trench wirkt dabei allemal anziehender als Madonna in der Korsage.


Ich gebe zu, mein Text ist sexistisch. Da kann man leider nichts machen. Man muss offen mit der Körper-Ästhetik umgehen, wenn man über den Minirock oder über Röhrenjeans schreibt, alles andere wäre Heuchelei. Sophia Loren im Minirock muss man nicht haben, in der Korsage ist sie eine Augenweide. So gleicht sich alles aus.:-))

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Wahl des Gewandes: Mode, Macht und Möglichkeitssinn in Gesellschaft und Politik des Mittelalters (Gebundene Ausgabe)

Der Untertitel der vorliegenden Studie macht bereits deutlich, worum es dem Autor Jan Keupp geht. Gezeigt werden neben den sozialen Grenzsetzungen auch die subjektiven Spielräume mittelalterlicher Kleiderwahl. Auf der Plattform zeittypischer Normierungsbemühungen und Machtmechanismen wird das Gewand als Ansatzpunkt konsensualer, wie kontroverser Aushandelsprozesse fokussiert. Die Kleiderwahl des Mittelalters teilt sich als Kampffeld widerstreitender Identifizierungsangebote mit, so der Autor. Dabei wird mittels der Kleidung um Rang, Ansehen und soziale Beheimatung gestritten. An dieser Selbstverortung durch Kleidung hat sich bis heute m.E. im Grunde wenig geändert, auch wenn dies zumeist vehement verneint wird.

Zur Sprache gebracht werden u.a. das Selbst und seine Hüllen und hier die Autorität der Äußerlichkeiten, Kleiderordnungen und Ständedenken. In einer Welt, in der Ehre und Anerkennung die zentralen Wertekategorien darstellten, bedurfte es offenbar einer optischen Lesbarkeit dieser Welt, die die rechte Ordnung des sozialen Miteinanders zum Ausdruck brachte, (vgl.S.44).

Man wird über die Geschichte des Tragbaren informiert. Auszeichnungsstreben des Einzelnen und Nachahmungstrieb der Allgemeinheit führten, wie man am Schnabelschuh sehr deutlich erkennen kann, zur Etablierung und zur Weiterentwicklung neuer Stilformen, (vgl.: S.81).

Der Autor schreibt auch über Elisabeth von Thüringen, die vom franziskanischen Armutsideal inspiriert, sich vom Glanz höfischer Prachtentfaltung bewusst distanzierte, allerdings blieben ihre moralischen Einlassungen durch das Tragen von Demutsgewändern in jener Zeit eher ein Einzelfall.

Man liest von ausgestoßenen Aufsteigern, auch von der Selbststilisierung im Zeichen der Kleidung. Der enge Konnex von Schönheitsideal, Kleiderauswahl und Selbstdisziplin weist auf das offene Potential der einkopierten Handlungsdispositionen hin. Der in Kleiderauswahl, Manieren und Motorik deutlich gemachte Habitus als "Erzeugungs- und Strukturierungsprinzip von Praxisformen und Repräsentationen" eröffnete eine aussichtsreiche Chance der Selbstverortung im sozialen Raum, (vgl. S.137).

Im Teil II der Studie geht es um Politik in Zeichen der Kleidung, thematisiert wird u.a. das Ritual der Investitur, das die Gegenwart in den breiten Strom von Vergangenheit und Zukunft einband, indem sie einen Amtsträger mit der Aura gesteigerter Autorität umgab, ihn aber zeitgleich auf den Modus künftigen Verhaltens verpflichteten, der mithin in der Vorstellung einer gottgewollten Ordnung des irdischen Daseins sein festes Fundament besaß, (vgl.S.163).

Aufgeklärt wird man des Weiteren über das Privileg gleicher Kleider und über die integrative Funktion von Kleidung, über die Entkleidung des Herrschers u.a.m. Es führt zu weit im Rahmen dieser Rezension auf all diese Facetten näher einzugehen oder gar die das breite Feld der Spielarten der Auszeichnungen hier unter die Lupe zu nehmen. Hinweisen möchte ich darauf aber schon.

Zusammenfassend ist festzuhalten, während im Mittelalter die Kleiderwahl aufgrund von hierarchische Differenzierung, religiöser Daseinsordnung und kollektiver Ehre von Bedeutung waren, geht es heute um die Betonung der Marktmacht der Modelabels, um Freiheitsdiskurs und soziale Pluralisierung, aber es geht m.E. nach wie vor auch um eine soziale Dimension. Wer dies leugnet, lebt in einer anderen Matrix, zumindest nicht auf dieser Welt.

Lesenswert.

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Rezension:Hermes Un Jardin En Mediterranee Eau de Toilette Spray

Es gibt einen Ort in der Provence mit dem Namen "Les Baux". Dieser alte Ort war im Mittelalter einer der bekanntesten "Cours d`Amour". Les Baux wirkt heute ein wenig surreal aufgrund seiner romantischen Ruinen, die, so glaubt man fast, aus einem Felsen zu wachsen scheinen. Der Mistralwind peitscht dort nicht selten über die Olivenbäume, während der Himmel sein schönstes Blau zeigt.

Wenn man mit Blick auf das Tal die Luft einatmet, meint man den Duft von frischen Mastixsträuchern, von Feigenbäumen, von weißem Oleander, von Meereslilien, von Orangenbäumen, von Bergamotte, roter Zeder und die Frische des Meeres in der Nase zu haben, obschon dieses noch gut 100 km weit entfernt ist.
Die Landschaft unterhalb Les Baux ist ein mediterraner Garten und deshalb wohl spiegelt sich sein Duft in dem feinen Eau de Toilette von Hermes "Un Jardin En Mediterranee", ein Duft, den schon vor Jahrhunderten die Troubadoure betört einatmeten, während sie ihre Liebeslieder hingebungsvoll sangen.

Ideal  für den Sommer.
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Rezension: Ermenegildo Zegna Z Zegna - Eau de Toilette Vaporisateur 50 ml

Stellen Sie sich einen interessant aussehenden Mann in mittleren Jahren vor, seine Haare sind schon ergraut. Er trägt einen gepflegten Dreitagesbart und gräbt mit nacktem Oberkörper energisch ein Stück Land um, weil er dort einige Obstbäume zu pflanzen gedenkt. Seine sonnengebräunten Oberarme sind durchtrainiert und wohlgeformt. Er arbeitet in seiner Freizeit immer draußen und liebt es mit der Natur im Einklang zu sein. Er zählt zu den Männern, den die Frauen lieben, weil er Eigenschaften besitzt, die für sie attraktiv sind: Humor, Wahrhaftigkeit, Zielstrebigkeit und Mut.

Dieser Mann ist kein Bauer, sondern ein Manager, der den Duft der Erde und der Pflanzen ebenso liebt, wie ein gutes Eau de Toilette, ohne das er nie das Haus verlässt, wenn er seinen Geschäften nachgeht. Er schätzt "Ermenegildo Zegna Z Zegna - Eau de Toilette Vaporisateur 50 ml", ein Eau, das im Auftakt durch seine Coolness, Lebendigkeit und Spritzigkeit besticht und so ungeheuer männlich duftet. Er möchte von einem Duft umhüllt sein, der seinem Wesen entspricht. Dieser Duft tut es.

Sizilianische Bergamotte vermählt sich hier mit Rosmarin und mystischer Kasowarifrucht. Die Herznote wird von pudrigem Iris, Muskatnuss und weißem Pfeffer dominiert und in der Basis trifft die Süße von Kaschmir auf die herbe Note von Patchouli und das erdige Eichmoos (siehe auch „Das große Buch vom Parfum“).

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Rezension:Mode: 150 Jahre Couturies, Designer, Marken (Gebundene Ausgabe)

Charlotte Seelig stellt in diesem Prachtband 150 Jahre Mode vor. Zur Sprache gebracht werden Couturiers, Designer und Marken. Eine Fülle von Fotos macht das Buch zu einem Augenschmaus, zumindest für all jene, die Mode etwas abgewinnen können.
Untergliedert ist das Werk in die Kapitel:

Wie die Mode in Mode kam

Der entfesselte Körper

Verrücktheit versus Vernunft

Die ausstaffierte Frau

Jugendkult und Haute Couture

Sex, Drugs& Rock "N" Roll

Der neue Glamour

Dress for Success

Dress to Kill

Die Modernisten

Mode für die Massen

Mode für Morgen



 Mode:Stella Mc Cartney
Foto: Laif, Köln Eco Clement
 Begründer der französischen Haute Couture war der Engländer Charles Frederick Worth, der im Jahre 1858 mit seinem schwedischen Partner Boberg eine Couture-Haus in der Rue de la Paix gründete. Er war es, der damit begann, Kleidungsstücke wie Kunstwerke zu signieren. Boberg erfand ein kleines Stoffetikett, das mit seiner Unterschrift bestickt war und das in jedes seiner Modell eingenäht wurde. Auf diese Weise wurde das Markenzeichen geboren. Seine Modelinie selbst soll weniger revolutionär als sein Marketing gewesen sein, (vgl.: S.14).


Schauspielerinnen und Tänzerinnen hatten zu Beginn des letzten Jahrhunderts großen Einfluss auf die Mode. Sarah Bernhardt war damals die einzige Frau, die auch in Hosen Furore machte. Dies kann man auf einem Foto sehr schön nachvollziehen. Man liest von den Reformkleidern, durch die sich Feministinnen aus dem Korsett lösten und vom ersten Designer, dem Franzosen Paul Poiret, der als erster Couturier eine eigenen Parfums entwickelte und 1911 den Hosenrock kreierte.

In der Folge lernt man die "Delphos-Robe" und dessen Schöpfer Mariano Fortuny kennen, der übrigens ein Maler und kein Couturier war. Prägend für die Anfänge der Haute Couture waren neben Worth, Jacques Coucet und Jeanne Paquin die Wienerin Emilie Flöge, die gemeinsam mit ihrem Freund Gustav Klimt das "Wiener Künstlerkleid" entwarf.

Die Freude an sportlicher Betätigung, Tennis, Tanz Skilaufen etc. befreite die Frauen schließlich vom Korsett. Gabrielle Chanel stellte 1913 die erste Sportmode in Jersey vor. Während des Krieges schlossen viele Couture-Häuser und in den "Goldenen Zwanzigern" dann folgten kurze Röcke. Man liest vom "Flapper-Girl" und dem Jugendkult in jenen Jahren. Das Hemdblusenkleid zählte nun zur sportlichen Garderobe. Es betont im Gegensatz zum Flapper-Kleid die Taille. Porträtiert wird u.a. die Visionärin Madeleine Vionnet. Ihre Kleider sollten der weiblichen Figur und deren Rundungen folgen. Dies war damals ein wirklich revolutionärer Gedanke.

Porträtiert wird auch die Modedesignerin Coco Chanel, deren Vorliebe für alles Männliche ihr Leben und ihre Mode bestimmten. Prägend für Mode in den 20er Jahren waren Jean Patou, Edward Molyneux, Lucien Lelong und Jeanne Lanvin. Nach dem Börsenkrach von 1929 kam es in der Modeindustrie in Frankreich zu 10 000 Arbeitslosen und als sich die Menschen von der Krise erholten wurden die Röcke wieder länger, die Mode wurde wieder weiblicher. Sogar Chanel, die Erfinderin der modernen Schlichtheit, entwarf nun Abendkleider. Dies alles wird ausführlich und sehr anschaulich im Buch geschildert.


Mode: Jil Sander
Foto: Jil Sander, Presse, Hamburg
 Anhand von sehr aufschlussreichen Texten, die man unmöglich an dieser Stelle verkürzt wiedergeben kann und aufgrund der vielen Fotos erhält man einen Eindruck von dem Schaffen vieler namhafter Designer. Unter ihnen Elsa Schiaparelli, Christian Dior, Yves Saint Laurent, André Courrèges, Vivienne Westwood, Gianni Versace, Giorgio Armani, Ralph Lauren, Karl Lagerfeld, Jil Sander, Wolfgang Joop und viele andere mehr.


Immer werden diejenigen genannt, die eine Mode-Epoche prägten und darauf aufmerksam gemacht, wo die Schwerpunkte in der Mode jeweils zu suchen sind. Die Mode im Laufe der letzten 150 Jahre zeigt wie die Frauen sich allmählich veränderten. In den "Swinging Sixties" begann ihre finanzielle Unabhängigkeit und auch ihre sexuelle Befreiung, die sich nicht zuletzt durch eine veränderte Mode offenbarte.


Es macht Freude sich an die schönen Abendanzüge für Frauen aus den 1990er Jahren zu erinnern, aber auch an die Minikleider der späten 1960er Jahre. Namen wie Pierre Cardin, Mary Quant und Paco Rabanne werden thematisiert und viele andere, die heute schon fast vergessen sind.


Begeistert bin ich von der Mode John Gallianos, die von sehr viel Fantasie zeugt, aber letztlich schwer tragbar ist.

Meine persönlichen Favoriten sind Giorgio Armani, dessen Kleidung ich seit vielen Jahren sehr schätze, weil sie zurückhaltend und dabei qualitativ überaus hochwertig ist. Armani und seine Arbeiten werden sehr gut im Buch porträtiert. Das gilt auch für Ralph Lauren, dessen Mode ich seit vielen Jahren in erster Linie trage, weil sie meinen Vorstellungen am meisten entgegen kommt.

Mode: Bernhard Wilhelm
Foto: Getty Image, München


Die Erfolgsstory von Jil Sander hat man Gelegenheit nachzulesen. Ich mochte ihre Mode schon in den 1980ern und schwor lange auf sie bis ich Armani entdeckte, dessen Abendanzüge für Frauen nicht ganz so puristisch sind. Ein im vorliegenden Buch gezeigtes Hemdblusenkleid finde ich traumhaft schön in seiner Schlichtheit.

Wolfgang Joops Modezeichnungen sind wirkliche Kunstwerke. Schön, dass man sich im Buch ihrer erfreuen darf. Lässig und innovativ sind die Kreationen von Stella Mc Cartney, die eine Vorreiterin des Öko-Ethik-Trends ist, wie man erfährt.

Ein schönes Buch, dass modeinteressierte Menschen sofort begeistern wird und verdeutlicht, wie schön es ist eine Frau zu sein.:-))

Empfehlenswert.


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Rezension: Guerlain Aqua Allegoria Herba Fresca Eau de Toilette (125 ml) (Unisex-Duft)

Dieses Sommeraqua von Guerlain ist aromatisch und enthält grüne Duftnoten , konkret:

Kopfnote: Rote Beeren, Lemon

Herznote: Grüner Tee, Minze

Basisnote: Alpenveilchen, Maiglöckchen

Die Aromen sind sehr dezent und erinnern an einen oberitalienischen Paradiesgarten. Durch die Minze, die Lemonen und den grünen Tee erhält das Aqua eine angenehm frische und dabei kräutrige Komponente. Der zarte Maiglöckchenduft appelliert an eine  Form der Sinnlichkeit,  wie sie künstlerisch veranlagte, kreative Menschen  nicht selten besitzen.

Dieses Eau kann von Frauen und Männern gleichermaßen verwendet werden. Wer gerne einen unaufdringlichen feinen Duft verströmt, die Natur liebt und von ihr umhüllt sein möchte, ist mit  "Guerlain Aqua Allegoria Herba Fresca" bestens beraten. Ein ätherischer, leichter Duft, den ich mit einem vergnügten Tanz am frühen Morgen auf einer Sommerwiese assoziere.

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