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Rezension: Iris von Arnim - Königin des Cashmeres – Nadja Schaer- Callwey



Nadja Schaer, die Autorin dieses reich bebilderten, wunderschönen Buches mit Schleifen zum Verschließen stellt die Modemacherin Iris von Arnim in Wort und Bildern vor. 

Sehr beeindruckende Fotos der attraktiven Protagonistin Iris von Arnim und zwei Zitate, die die "Königin des Cashmere" den Lesern bereits ein wenig näher bringen, stehen gleich zu Anfang des vorliegenden Modebuchs.

Nach der zweiseitigen Einleitung geht es dann in Wort und Bild um den Lebenslauf der erfolgreichen Modemacherin, deren Kindheit und Jugend nicht einfach war, da ihre Eltern im Krieg alles verloren hatten, bis auf den geschichtsträchtigen Namen. 

Welche Irrwege die junge Frau ging, bis ein Schicksalsschlag sie ihrer wirklichen Begabung näher brachte, liest sich spannend. Im Krankenbett nämlich begann sie zu stricken und genau das war der Anfang ihrer Karriere. 

Ihr erster Hype war der handgestrickte "Rainbow-Sweater", der bis heute zu den Signaturen ihres Modehauses zählt. Bis dahin sei keiner auf die Idee gekommen, solche Farbverläufe zu stricken. Sie traf damit den Nerv der 1970er Jahre und wurde zur Stilikone dieser Zeit. 

Wie es weiter ging und weshalb ihr Wohnortwechsel von München nach Hamburg ihr noch bessere Erfolgsmöglichkeiten bot, das umzusetzen, was ihr vorschwebte, ist spannend beschrieben. 

Neugierig liest man von ihrem "Intarsien-Pullover" und wie sie durch ihre innovative Verbindung von Masche und Malerei etwas Neues schuf, das ihr die Einkäufer der besten Modehäuser in Deutschland auf Messen aus den Händen rissen. Ihre kreativen Klassiker werden im Buch auf Fotos gezeigt.

Weiter geht es dann mit handgestrickten Cardigans aus Cashmere. Woher das feine Material kommt und wie lange daran von Hand gestrickt wird, erfährt man auch und zudem, wo die kleinen Strickmanufakturen, bei denen sie anfertigen lässt, lokalisiert sind. Cashmere wurde ihr unverkennbares Markenzeichen.

Immer wieder kann man traumhafte Kreationen von der Designerin bewundern und sich in ihrer Biographie vorarbeiten. Liest, dass bei ihren Kollektionen nicht das Trendige im Vordergrund steht, sondern das, was Bestand hat. Es sei die Wertschätzung für das Material, die die Basis für das nachhaltige Verständnis für Luxus bilde. 

Man liest weiter von Farben, die für von Arnim zu ihren wichtigsten Gestaltungselementen zählen. Darüber hinaus geht es ihr um Präzession. Was das konkret bedeutet?  Respekt vor dem Material aber auch vor ihren Kunden.

Dann lernt man u.a. von Arnims "Superfine- Pullover" kennen. Das sind hauchdünne, federleichte Sweater, die als Grundlage der Garderobe das ganze Jahr über fungieren. 

Seite für Seite begreift man immer besser das Anliegen der Designerin, die am Puls der Zeit, Zeitlosigkeit in ihrer überzeugendsten Form verspricht. 

Was noch weiter thematisiert wird, möchte ich nicht verraten, allerdings den "Turtleneck-Sweater" nicht vergessen, sprich den hochgeschlossenen Rollkragen-Pullover, der Komfort und Chic aufs Perfekteste verbindet. 

Ausdrucksstark sind die Fotos mit ihrem Sohn Valentin, mit dem sie das Familienunternehmen seit langer Zeit gemeinsam führt. Eine geglückte Mutter-Sohn-Beziehung!

Strickkleider und Accessoires sind zum Schluss noch lesenswerte Themen und natürlich ihr schönes Zuhause, das dokumentiert, das alles, was sie gestaltet, ihre Handschrift trägt: Unverkennbar, edel!

Helga König

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